Lp-PLA2 ist ein Enzym, von dem man glaubt, dass es bei der Bildung von Plaques in Koronargefäßen eine Rolle spielt. An LDL-Cholesterin gebunden zirkuliert es im Blut. Sein physiologischer Zweck ist, oxidierte Phospholipide zu hydrolisieren.

In einer Studie der Universität San Diego in Kalifornien wurde jetzt untersucht, ob dieses Enzym eine diagnostische Wertigkeit für die Entdeckung koronarer Herzerkrankungen hat. Man untersuchte dazu 1.077 Männer und Frauen im Durchschnittsalter von 72 Jahren, bei denen keine koronare Herzkrankheit bekannt war. Diese Probanden wurden 16 Jahre lang nachuntersucht.

Es zeigte sich, dass Lp-PLA2 positiv mit anderen Risikofaktoren korreliert wie Gesamt-Cholesterin, LDL-Cholesterin und Triglyzeride. Außerdem korreliert dieses Enzym negativ mit dem HDL-Cholesterin. Es gibt auch schwächere, aber dennoch signifikante Korrelationen mit dem systolischen Blutdruck, dem C-reaktiven Protein (CRP) und dem Body Mass Index. Als man Störfaktoren wie Alter und Geschlecht herausrechnete, zeigte sich zudem eine positive Korrelation des Lp-PLA2 mit dem Risiko einer koronaren Herzkrankheit: So erhöht ein Lp-PLA2-Wert von bis zu 488,4 ng/mL dieses Risiko um 66 Prozent. Steigt der Blutwert auf bis zu 625,2 ng/mL, ist das Risiko sogar 80 Prozent erhöht und steigt um bis zu 89 Prozent, wenn der Lp-PLA2-Wert über 625,2 ng/mL ansteigt.

Damit werden Studien bestätigt wie die „West of Scotland Coronary Prevention Study (WOSCOPS)” und die “Monitoring Trends and Determinants in Cardiovascular Diseases (MONICA)“-Studie. Beide hatten schon vor einigen Jahren gezeigt, dass Lp-PLA2 als Marker koronarer Herzkrankheiten taugen könnte. Zur Zeit arbeiten Medizinunternehmen an einem klinisch brauchbaren Lp-PLA2-Test. Außerdem experimentieren Wissenschaftler mit Lp-PLA2-Hemmern.

MEDICA.de; Quelle: Journal of the American College of Cardiology (JACC)