Wenn eine zystische Fibrose progredient verläuft, bleibt oft nur noch eine Lungentransplantation. Bislang war aber nicht bekannt, ob sie bei Kindern mit zystischer Fibrose tatsächlich die Überlebenswahrscheinlichkeit verbessert.

Diese Frage wird nun von Dr. Theodore G. Liou von der University of Utah, Salt Lake City, USA, eher ernüchternd beantwortet: Retrospektiv untersuchte seine Arbeitsgruppe Daten aus der "U.S. Cystic Fibrosis Foundation Patient Registry" und dem "Organ Procurement and Transplantation Network". Darin sind die Daten praktisch aller pädiatrischen Lungentransplantationen wegen zystischer Fibrose aus den Jahren 1992 bis 2002 aufgeführt. In diesem Zeitraum konnte 248 von 514 Kindern, die wegen einer zystischen Fibrose auf der Warteliste standen, eine Lunge transplantiert werden.

Abgesehen von den Komplikationen der Transplantation an sich gibt es offenbar verschiedene Faktoren, die unabhängig voneinander die Überlebenswahrscheinlichkeit nach einer Lungentransplantation beeinflussen: Eine Infektion mit Burkholderia cepacia vermindert die Überlebenswahrscheinlichkeit, unabhängig davon, ob der Patient tatsächlich eine neue Lunge erhält. Ein Diabetes mellitus vor der Operation vermindert die Überlebenswahrscheinlichkeit vor, aber nicht mehr nach der Operation. Infiziert sich ein junger Patient mit Staphylococcus aureus, dann kann dies ebenfalls die Überlebenswahrscheinlichkeit nach einer Operation herabsetzen.

Als man all diese Faktoren zusammen mit dem Alter in Bezug zur Prognose nach einer Lungentransplantation setzte, dann zeigte sich: Nur bei fünf Patienten hatte die Lungentransplantation das Überleben verlängert, bei 315 dagegen bedeutete die Operation dagegen eher ein Risiko. 76 weitere Patienten hatten einen nicht-signifikanten Nutzen nach der Transplantation, 118 einen nicht-signifikanten Schaden.

MEDICA.de; Quelle: New England Journal of Medicine 2007, Vol. 357, S. 2143-2152