Mädchen sind kritischer

Die meisten fühlen sich wohl
in ihrer Haut; © Hemera

Zu diesem Ergebnis kommt eine repräsentative Studie im Auftrag der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA), deren erste Auswertungsergebnisse nun vorliegen. Bei den Jungen fühlen sich 62 Prozent wohl im eigenen Körper, bei den Mädchen 46 Prozent. Mädchen sehen sich kritischer, aber von einer generell negativen Einstellung zum eigenen Körper kann auch bei ihnen nicht die Rede sein.

2500 Jugendliche im Alter zwischen 14 und 17 Jahren wurden im Rahmen der Studie „Jugendsexualität 2005“ erstmals zu ihrem subjektiven Körperempfinden und ihrem Körperbewusstsein befragt. Die vorliegenden Ergebnisse zeigen, dass die Beschäftigung mit dem eigenen Körper für beide Geschlechter sehr wichtig ist: Drei von vier Mädchen und mehr als die Hälfte der Jungen „stylen“ sich gern, nur für 6 Prozent der Mädchen und 16 Prozent der Jungen hat dies kaum oder gar keine Bedeutung.

Ein Viertel der Mädchen - damit doppelt so viele wie Jungen - fühlen sich zu dick. Während 74 Prozent der Jungen das Urteil „zu dick“ als wenig oder gar nicht zutreffend zurückweisen, tun dies nur knapp 50 Prozent der Mädchen. Das gängige, extrem schlanke Schönheitsideal beeinflusst Mädchen offenbar sehr viel stärker als männliche Jugendliche. Einige Mädchen würden sogar eine Operation in Betracht ziehen, um ihren Körper zu verschönern. „Hier muss verstärkt Aufklärungsarbeit geleistet werden“, sagt Frau Dr. Elisabeth Pott, Direktorin der BZgA.

Mit zunehmendem Alter gewinnt eine attraktive Erscheinung bei beiden Geschlechtern an Bedeutung. Gleichzeitig nehmen Mädchen und Jungen den eigenen Körper in höherem Maß positiv wahr: 14-jährige Jungen finden ihren Körper zu 36 Prozent schön, bei den 17-Jährigen steigt diese Zahl auf rund 50 Prozent an. Bei den Mädchen verläuft diese Entwicklung auf etwas niedrigerem Niveau ähnlich.

MEDICA.de; Quelle: Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung