Zahllose Studien haben bewiesen, dass eine vorangegangene Fraktur das Risiko einer nachfolgenden erhöht, vor allem bei älteren Menschen. Allerdings haben nur wenige Untersuchungen das absolute Risiko erhoben. Und kaum untersucht ist vor allem das Geschlechterverhältnis in dieser Frage. Bislang ist man nämlich davon ausgegangen, dass vor allem ältere Frauen gefährdet sind.

Dies ist wohl nicht so, wie jetzt eine Studie mit 2.245 Frauen und 1.760 Männern zeigt. Alle Probanden waren älter als 60 Jahre. Ihr gesundheitliches Schicksal wurde zwischen 1989 und 2005 nachverfolgt. Während dieses Zeitraums erlitten 905 Frauen und 337 Männer eine erste Fraktur. Eine weitere Fraktur trat dann bei 253 Frauen und 71 Männern auf.

Daraus errechnet sich, dass Frauen ein relatives Risiko von 1.95 haben, eine Refraktur zu erleiden. Bei Männern liegt das relative Risiko sogar bei 3.47. Das absolute Risiko dagegen ist bei beiden Geschlechtern etwa vergleichbar und liegt für Personen im siebten Lebensjahrzehnt bei 36.5 Fällen pro 1.000 Personenjahren.

Das Risiko für eine Refraktur ist etwa zehn Jahre lang nach der ersten Fraktur erhöht. Alle Frakturen erhöhen offenbar dieses Risiko. Ausgenommen sind Rippenfrakturen bei Männern und Gelenkfrakturen bei Frauen, die keinen Einfluss auf das Refrakturrisiko haben. Besonders hoch ist das Risiko für eine zweite Fraktur, wenn der Oberschenkelhals und die Wirbel gebrochen sind.

Prädiktoren einer Refraktur bei Frauen sind die Knochendichte im Femurhals, Alter und Rauchen. Bei Männern verraten auch die körperliche Bewegung und Kalziumaufnahme das Risiko einer Refraktur. Als Konsequenz aus ihrer Studie fordern die Wissenschaftler, nicht nur bei Frauen sondern auch bei Männern auf eine gute Osteoporoseprophylaxe zu achten.


MEDICA.de; Quelle: Journal of the American Medical Association 2007, Vol. 297, S. 387-394