Märchen und Fakten

Aus dem Reich der Fabeln und
der Tatsachen; © Hemera

In den westlichen Industrienationen ist die Verstopfung eine der häufigsten Beschwerden. Hunderte Millionen Dollar werden in den USA jährlich für Laxantien ausgegeben. In einer Studie haben Wissenschaftler nun die Fakten aus zahlreichen Studien zusammen getragen und bieten einige interessante Fakten über die Verstopfung:





Verstopfung ist im Kindesalter häufiger bei Jungen als bei Mädchen. Im Alter zwischen 15 und 50 Jahren dreht sich dann das Geschlechterverhältnis: Frauen sind dann wesentlich häufiger verstopft als Männer. Es kann übrigens nicht nachgewiesen werden, dass es einen Zusammenhang gibt zwischen dem Hormonzyklus und Verstopfungsphasen einer Frau.
  • Keinen Zusammenhang gibt es offenbar auch zwischen Verstopfung und Hypothyreose Wenn es keine weiteren Anzeichen einer Hypothyreose gibt, erübrigen sich daher entsprechende Untersuchungen.

  • Ballaststoffarme Ernährung ist offenbar nicht die Ursache von Verstopfung, allerdings kann sie zur Verschlimmerung beitragen. Ballaststoffe sind nicht grundsätzlich gut. Bei chronischer Verstopfung können sie das Problem unter Umständen verschlimmern. Ebenso wenig hilft es grundsätzlich, mehr zu trinken, außer wenn ein verstopfter Patient ganz ausgetrocknet ist.

  • Teilweiser Freispruch für Abführmittel. Die Vorstellung, dass sie dem Darm grundsätzlich schaden, ist nicht erwiesen. Ebenso wenige Beweise gibt es dafür, dass Abführmittel das Risiko eines Kolonkarzinoms erhöhen. Außerdem scheint das Risiko einer Toleranzerhöhung bei regelmäßigem Laxantiengebrauch geringer zu sein, als man bislang dachte.

  • Die Wirkstoffe in den gebräuchlichen Abführmitteln überwinden nicht die Blut-Hirn-Schranke. Daher kann es nicht zur Abhängigkeit kommen. Tatsächlich ist es aber so, dass Laxantien von psychiatrischen Patienten häufiger missbraucht werden als von psychisch Gesunden.

  • MEDICA.de; Quelle: American Journal of Gastroenterology 2005, Vol. 100, S. 232-242