Molekulare Untersuchungen und zielgerichtete Behandlungsformen, die definierte Moleküle blockieren, gewinnen zunehmend an Bedeutung. Im Gegensatz zur konventionellen Chemotherapie könnten Tumorzellen dadurch selektiv bekämpft werden. Im Rahmen eines von der Wilhelm Sander-Stiftung geförderten Forschungsprojekts der Universität München wird die Rolle des Moleküls STAT3, welches Signale innerhalb einer Zelle aus dem Zellplasma direkt in den Zellkern leitet, bei der Entstehung von Lymphdrüsenkrebs untersucht. Im Zellkern bindet STAT3 an die DNA und schaltet bestimmte Gene an, die die Entstehung einer bösartigen Zelle bewirken.

Mit Hilfe eines Virus erzeugten die Münchner Forscher Lymphdrüsenkrebs in Mäusen. Dieses Virus enthält zusätzlich ein Enzym, das in den Krebszellen das STAT3 Gen entfernt. Sie stellten fest, dass die bösartigen Zellen, die nun nicht mehr über STAT3 verfügen, die krankmachenden Signale nicht mehr in den Zellkern leiten. Und Zellen, denen STAT3 fehlt, zeigten nicht mehr das gleiche Wachstum verglichen mit Lymphomzellen, die über STAT3 verfügen.

Sollten sich die Ergebnisse in den weiteren Mausexperimenten bestätigen, könnte STAT3 als Zielmolekül für zukünftige Krebstherapien in Frage kommen. Darüber hinaus kann dieses experimentelle Vorgehen auf viele verschiedene Krebsarten und Moleküle übertragen werden und stellt somit eine geeignete experimentelle Grundlage für mögliche, zukünftige Krebstherapien dar.

MEDICA.de; Quelle: Klinikum rechts der Isar der technischen Universität München