03.02.2006

Industrieverband Spectaris e.V.

Müdigkeit ist Hauptursache für Verkehrsunfälle

Jeder dritte Verkehrsunfall ist auf Übermüdung und Sekundenschlaf zurückzuführen. Müdigkeit ist damit die häufigste aller Unfallursachen. Besonders Schnarcher, die unter der Krankheit Schlafapnoe leiden, haben ein bis zu siebenfach erhöhtes Risiko, einen Unfall zu verursachen. Die volkswirtschaftlichen Folgeschäden von Unfällen durch Übermüdung werden auf jährlich ca. 10 Milliarden Euro geschätzt. Mithilfe der richtigen Therapie lässt sich das Risiko jedoch deutlich reduzieren.

Besonders betroffen vom Sekundenschlaf sind Schnarcher, die unter Schlafapnoe leiden. In Deutschland sind ca. 2,5 Millionen Menschen und damit 2-4 Prozent der 20-60 Jährigen von Schlafapnoe betroffen. Bei Schlafapnoe setzt während des Schlafes immer wieder bis zu zwei Minuten der Atem aus, ohne dass der Patient es bemerkt. Die Folgen des verminderten Sauerstoffgehaltes führen zu Tagesmüdigkeit, Konzentrationsstörungen, Kopfschmerzen bis hin zu Depressionen und Schlaganfällen.

Trotzdem gelten Schlafstörungen als Bagatelle. Mehr als 90 Prozent aller Schlafapnoiker sind unbehandelt, weil sie weder ausreichend diagnostiziert noch behandelt werden. Mithilfe einer Atemtherapiemaske (CPAP-Maske) kann der Patient nicht nur schnell wieder ruhig durchschlafen, auch das Unfallrisiko ist nach zwei Wochen mit minus 20 Prozent deutlich gemindert. Nach 42 Tagen gibt es im Mittel bei simulierten schwierigen Fahrsituationen 60 Prozent weniger Unfälle.

Gerade im Straßenverkehr ist Schlafapnoe ein nicht zu unterschätzendes Risiko. Fährt man mit einer Geschwindigkeit von 100km/h, so legt man während einer Sekunde Schlaf 28 Meter blind und reaktionslos zurück. Behandelte Schlafapnoiker dürfen nur unter der Bedingung regelmäßiger Kontrolle ein Auto führen.

Generell gilt Sekundenschlaf als eine Notreaktion des Organismus. Ursache sind Schlafstörungen, die durch Umwelteinflüsse, veränderte Lebensgewohnheiten und Stress stark zugenommen haben. Die IGS rät allen Autofahrern, schon bei den Vorboten des Sekundenschlafs wie Augenbrennen, schweren Lidern, Gähnen, Frösteln, Verschalten oder Schwierigkeiten beim Spurhalten, zu rasten und etwas zu schlafen.

Unter www.initiative-gesunder-schlaf.de finden Interessierte weiterführende Informationen zum Thema "Schlafapnoe, Schnarchen und Schlafstörungen", sowie einen Infoflyer zum Download. Der Flyer wird auf Anfrage auch gerne kostenfrei verschickt.


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