Die Auszeichnung ist einer der höchstdotierten Wissenschaftspreise in Deutschland und ermöglicht Forschung unter einzigartigen Bedingungen: Vier Jahre lang können die Preisträger ohne administrative Zwänge an einem Institut ihrer Wahl arbeiten und eigene Forschergruppen mit jungen Kolleginnen und Kollegen aufbauen. Die Ausgezeichneten erhalten ein Preisgeld in Höhe von jeweils bis zu 1,2 Millionen Euro.

Thomas Misgeld untersucht mit modernen Mikroskopverfahren das Verhalten von Axonen und Synapsen. Durch derartige Untersuchungen ist es ihm gelungen, Axone in peripheren Nerven und im Muskel direkt zu beobachten und eine Reihe neuratiger Formen des axonalen Umbaus zu beschreiben, die an der normalen Entwicklung, aber auch an Krankheitsvorgängen beteiligt sein könnten.

Mit seiner neuen Sofja- Kovalevskaja-Arbeitsgruppe und in Zusammenarbeit mit seinen Gastgebern am Institut für Neurowissenschaften an der Technischen Universität München plant Thomas Misgeld nun derartige Untersuchung auf die Hirnrinde selbst und die zellulären und molekularen Mechanismen des axonalen Umbaus auszudehnen. Darüber hinaus besteht eine langjährige Kollaboration mit dem Institut für Klinische Neuroimmunologie an der Ludwig-Maximilians-Uuniversität München, in deren Rahmen axonale Veränderungen in neuroinflammatorischen und neurodegenerativen Krankheiten untersucht werden.

Thomas Misgeld studierte Medizin an der TU München, wo er 1999 nach der Doktorarbeit am Max-Planck-Institut für Neurobiologie unter der Anleitung von Hartmut Wekerle promoviert wurde. Er forschte weiterhin am Max-Planck-Institut für Neurobiologie in Martinsried, am Institut für klinische Neuroimmunologie in München sowie an der Washington University in St. Louis (USA). Zuletzt war er an der Harvard University in Cambridge (USA) tätig, wo er am Institut for Brain Sciences mit Jeff Lichtman und Joshua Sanes zusammen arbeitete.

MEDICA.de; Quelle: Technische Universität München