Im vergangenen Jahrzehnt war die Impfrate bei einjährigen Kindern in Großbritannien sehr hoch. Die Gründe dafür, warum ein Kind voll immunisiert oder nur teilweise geimpft wird, variieren. Bestimmte Faktoren bei den Müttern scheinen den Impfstatus zu beeinflussen. Mütter, die ihren Kinder alle empfohlenen Impfungen verabreichen lassen unterscheiden sich im Durchschnitt von Müttern, deren Kinder nicht oder nur teilweise immunisiert sind. Erstere zum Beispiel sind oft älter und haben eine höhere formale Bildung.

Offenbar benötigt man unterschiedliche Strategien, um Mütter dazu zu bewegen, ihre Kinder impfen zu lassen, wie Wissenschaftler des Institute of Child Health in London in einer Studie nachgewiesen haben.

Die Studie basiert auf Daten aus der „millennium cohort study“. Daran nahmen Kinder teil, die zwischen September 2000 und Januar 2002 geboren worden waren. Bei 18.488 Kindern konnte im Alter von neun Monaten der Impfstatus festgestellt werden. Insgesamt waren 3,3 Prozent der Kinder nur teilweise geimpft worden und 1,1 Prozent der Kinder hatten keinerlei Impfschutz erhalten.

Als man die Impfdaten mit Merkmalen der Mutter verglich, zeigte sich ein klarer Zusammenhang: Kinder, die nur teilweise geimpft waren, kamen signifikant häufiger als vollständig geimpfte Kinder aus großen Familien, hatten einen alleinerziehenden Elternteil oder wohnten in „schlechten“ Wohngebieten mit einem hohen Anteil an Bewohnern mit Migrationshintergrund. Auch Kinder, deren Mütter rauchten und solche, die im Alter von neun Monaten im Krankenhaus lagen waren häufiger nur teilweise immunisiert als vollständig immunisierte Kinder.

Vor diesem Hintergrund fordern die Studienautoren ein differenziertes Vorgehen, um den Müttern das Impfen ihrer Kinder ebenso differenziert schmackhaft zu machen.

MEDICA.de; Quelle: British Medical Journal 2006, Vol. 332, S. 1312-1313