Benigne Gallengangsstrikturen sind zum überwiegenden Anteil iatrogen bedingt und können vor allem im Rahmen einer laparoskopischen Cholezystektomie oder orthotopen Lebertransplantation auftreten. Neben der üblichen retrograden Cholangiopankreatikographie (ERCP) und perkutanen transhepatischen Cholangiographie (PTC) gewinnt die MR-Cholangiographie als nicht-invasives Verfahren zunehmend an Bedeutung: Mit welcher Treffsicherheit sich dabei postoperative Gallengangsstenosen detektieren lassen, wurde nun bei 67 Patienten untersucht.

Als diagnostischer Referenzstandard dienten direkte cholangiographische Verfahren beziehungsweise der chirurgische Eingriff und hatte die Diagnose von 33 Strikturen zum Ergebnis. Davon waren 24 nach einer Lebertransplantation, fünf nach einer Cholezystektomie, drei nach einer Leberresektion sowie eine im Rahmen einer Duodenopankreatektomie entstanden.

Drei erfahrene Radiologen beurteilten die MR-Bilder unabhängig voneinander: Auf der Grundlage einer 5-Punkte-Skala wurden die Strikturen mit einer durchschnittlichen Sensivität von 97 Prozent, einer Spezifität von 74 Prozent, einem negativem Prädiktivwert von 96 Prozent und einem positiven Prädiktivwert von 86 Prozent ermittelt. Die diagnostische Treffsicherheit betrug 94 Prozent. Sämtliche Strikturen wurden anhand der MR-Cholangiographie richtig positiv erkannt, wobei die meisten von ihnen (24 von 33) im Rahmen einer Lebertransplantation aufgetreten waren. Die Strukturen waren singulär und an der Anastomose lokalisiert.

Bei vier Patienten erwies sich die Differenzierung zwischen möglicher Striktur und anderen Ursachen für eine sichtbare Obstruktion mittels MR-Cholangiographie allein als schwierig.

MEDICA.de; Quelle: Fortschr Röntgenstr 2005, Vol. 177, S. 315