Forscher sind trotz ihrer Ergeb-
nisse für ein Mammographie-
Screening; © Picture Disk

Bislang galt die Magnetresonanz- tomographie (MRT) als wenig geeignet "intra-duktale Mammakarzinome" aufzuspüren. Forscher der Universität Bonn kommen nun zu einem ganz anderen Ergebnis: In den vergangenen fünf Jahren haben sie mehr als 7.000 Frauen mit MRT oder Mammographie untersucht. Bei insgesamt 167 Frauen fanden die Mediziner Brustkrebs-Frühformen - 152 (92 Prozent) davon mittels MRT, 93 (56 Prozent) mittels Mammographie.

Dass die MRT der Mammographie hinsichtlich der Diagnostik von Brustkrebs überlegen ist, ist schon lange bekannt. Die Suche nach intra-duktalen Karzinom oder DCIS (ductales carcinoma in-situ) galt aber bislang als Domäne der Mammographie. Die jetzige Studie weist in eine andere Richtung: "In der Mammographie waren nur 93 DCIS zu sehen, mit der MRT dagegen 153", fasst die Bonner Radiologin Professor Dr. Christiane Kuhl die Ergebnisse zusammen. "Und nicht nur das: Gerade die besonders aggressiven high grade DCIS waren mit der MRT besonders gut, mit der Mammographie dagegen besonders schlecht zu sehen."

Insgesamt fanden die Mediziner im Laufe der Studie 89 high grade DCIS. Die MRT erkannte 98 Prozent dieser aggressiven Brustkrebs-Vorstufen, die Mammographie nur 52 Prozent. Grund: Gerade die schnell wachsenden Tumore machen sich häufig nicht durch Verkalkungen bemerkbar. Stattdessen sind sie von vielen kleinen Blutgefäßen durchzogen, in denen sich das bei der MRT gespritzte Kontrastmittel besonders gut anreichert.

"Unsere Studie räumt mit einer ganzen Reihe von Lehrbuchmeinungen auf", resümiert Professor Kuhl. "Erstens wurde immer behauptet, die MRT sei nicht geeignet, Brustkrebs-Vorstufen in den Milchgängen zu finden. Wie unsere Ergebnisse zeigen, ist das Gegenteil richtig: Die MRT ist bei weitem empfindlicher als die Mammographie." Das zweite Vorurteil: die MRT führe zu oft zu "falsch positiven" Befunden, schlage also zu häufig "falschen Alarm". "Bei unseren Patientinnen war dies mit der MRT sogar seltener der Fall als mit der Mammographie", betont Kuhl. "Der positive prädiktive Wert der MRT lag bei 59 Prozent gegenüber 55 Prozent für die Mammographie."

MEDICA.de; Quelle: Rheinische Friedrich-Wilhelms-Universität Bonn