Zur Zeit wird in verschiedenen Studien untersucht, ob sich mittels nichtinvasiver Koronarangiographie (NCA) koronar-atherosklerotische Plaques nachweisen und differenzieren lassen. Wissenschaftler aus dem Herz- und Diabeteszentrum in Bad Oeynhausen untersuchten nun, wie praktikabel die klinisch relevante Differenzierung von so genannten weichen von verkalkt-harten Plaques ist. Dazu nutzten sie die Mehrschicht-Computertomographie (MSCT)-basierte NCA.

In dieser prospektiven Studie wurde bei 17 Patienten im Durchschnittsalter von 64 Jahren ein IVUS (Vulcano; automatischer Rückzug 0,5mm/s) im Interventionsgefäß vorgenommen. Alle Patienten litten an hämodynamisch signifikanten Koronarstenosen nach Stentimplantation. Dabei bestimmten die Kardiologen an 21 atherosklerotischen Läsionen außerhalb der jeweiligen Interventionssegmente neben Lumen- (IEM) und Gefäß- (EEM) sowie Plaquediameter und Plaquefläche die Plaquekomposition als weich-lipidreich, intermediär-fibrös oder hart-kalzifiziert. Um die Plaques durch Dichtemessung nichtinvasiv differenzieren zu können erfolgte anschließend eine MSCT-basierte NCA. Die Plaques konnten unter Anwendung einer Analyse-Software lokalisiert werden als definierter Abstand der im IVUS bestimmten Stentmitte. Erfahrene Untersucher analysierten die Bilder geblindet.

Bei acht Patienten fand man eine hohe Übereinstimmung bei eindeutig hart-kalzifizierten Plaques. Bei den weiteren Patienten waren sieben Übereinstimmungen positiv (hart/hart). Die Lumen- und Flächendiameter (D1 u. D2) der Plaques stimmten signifikant überein.

Die Abgrenzung weicher von harten koronaren Plaques ist also mittels MSCT-NCA möglich. Lumendiameter und -flächen, nicht jedoch die Plaque-Außendiameter und -flächen sind in MSCT und IVUS vergleichbar genau zu bestimmen

MEDICA.de; Quelle: 114. Kongress der Deutschen Gesellschaft für Innere Medizin (DGIM) Poster Discussion