MS ändert sich mit dem Wechsel der Jahreszeiten

Das Forscherteam um Dominik Meier schließt aus den Ergebnissen, dass dies vor allem für Medikamententests von Bedeutung ist. Warum die wärmeren Jahreszeiten Auswirkungen auf eine MS haben, ist derzeit allerdings noch unklar. Laut der Forscher führen gerade Frühjahr und Sommer zu mehr Läsionen im Gehirn der Erkrankten.

Für die Studie verglichen die Wissenschaftler Magnetresonanztomografdie-Aufnahmen von Gehirnen von 44 Patienten, die zwischen 1991 und 1993 erstellt worden waren. Berücksichtigt bei der Untersuchung wurden die Tagestemperatur, die Sonneneinstrahlung und die Menge an Niederschlägen. Die Probanden im Alter zwischen 25 und 52 Jahre alt litten alle an einer bislang unbehandelten MS-Erkrankung. Bei ihnen wurden für acht Wochen wöchentliche Scans durchgeführt. Im Anschluss folgten acht Scans alle zwei Wochen und dann alle sechs Monate eine Nachuntersuchung. Insgesamt wurden pro Person 22 Scans gemacht.

Bei 31 Personen konnten die Wissenschaftler nach einem Jahr 310 neue Läsionen im Gehirn nachweisen. Am häufigsten traten sie während der Frühlings- und Sommermonate auf. Die Anzahl der Schäden lag in der wärmeren Jahreszeit also zwei- bis dreimal höher als in den anderen Monaten des Jahres.


MEDICA.de; Quelle: NEUROLOGY / Brigham and Women's Hospital