Maßgeschneidert gegen hartnäckige Keime

Foto: Chirurgische Instrumente

Prionen haften hartnäckigst
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Ein einziger Fall der Creuzfeld-Jakob-Erkrankung ließ eine kanadische Klinik gleich sämtliche 20 000 medizinischen Instrumente vernichten. Bis heute gibt es kein Verfahren, das die verseuchten Scheren, Pinzetten oder Skalpelle zuverlässig sterilisieren könnte.

Mit minimalinvasiven Operationstechniken, teuren empfindlichen Instrumenten oder neuen biokompatiblen Kunststoffen steigen die Ansprüche an die Sterilisationsverfahren. Konventionelle Verfahren stoßen schnell an ihre Grenzen: Extrem hohe Temperaturen schädigen moderne Kunststoffe und Chemikalien greifen die Oberflächen an.

Im Plasmarektor - ein Behälter, in dem ein Gas durch Energie-Zufuhr elektrisch angeregt und in seine Bestandteile/Teilchen zerlegt wird - ist die Wärmebelastung gering. Die auf die Instrumente auftreffenden Teilchen reagieren mit den Keimen und inaktivieren sie. Durch die Art und Weise der Plasmaerzeugung und das ausgewählte Gas können die Forscher Plasmen je nach Verwendungszweck quasi maßschneidern.

Erste Erfolge selbst gegen die äußerst resistenten Prionen, den Auslösern von BSE bei Rindern und Creutzfeld-Jakob-Krankheit beim Menschen, erzielen jetzt Forscher des europäischen Projekts BIODECON mit der Plasmasterilisation. Bereits nach einer Behandlungsdauer von zehn Minuten war ein spezifischer Marker (PrPres), der im infizierten Gewebe nachweisbar ist und daher ans "Anzeiger" für eine Prionen-Infektion genutzt wird, nicht mehr vorhanden. Die Wirkung des Sterilisationsverfahrens wird derzeit unter natürlichen Bedingungen überprüft.

MEDICA.de; Quelle: Ruhr-Universität Bochum