Maßgeschneiderte Arbeitszeitmodelle

Im Projekt KRONOS haben Forscher des Karlsruher Instituts für Technologie (KIT) Arbeitszeitmodelle untersucht, die dem Prozess des Älterwerdens gerecht werden. Die Wissenschaftler evaluierten alternsgerechte Arbeitszeitmodelle in fünf Unternehmen aus den Branchen Automobil-, Stahl-, Chemie- und Pharmaindustrie.

Dabei ergab sich, dass der Erfolg solcher Modelle wesentlich von einigen grundsätzlichen Faktoren abhängt: Berücksichtigung arbeitswissenschaftlicher Empfehlungen; Möglichkeit für die Mitarbeiter, die Gestaltung ihrer Arbeitszeit zu beeinflussen; günstige Rahmenbedingungen sowie die Einbettung der Maßnahmen in eine betriebliche Gesamtstrategie in Bezug auf den demographischen Wandel.

Im Einzelnen ergeben sich aus KRONOS folgende Empfehlungen: Eine generelle Verkürzung der täglichen Arbeitszeit für alle älteren Arbeitnehmer ist nicht sinnvoll, da deren Gesundheit und Arbeitsfähigkeit individuell stark verschieden sind. Wohl aber sollten Ältere mehr Pausen machen. Schichtpläne mit schneller Vorwärtsrotation (beginnend mit der Frühschicht, auf die dann Spät- und Nachtschicht folgen), wirken sich günstiger auf die Arbeitsfähigkeit aus als die traditionellen, wöchentlich und rückwärts rotierenden Schichtpläne.

Es ist sinnvoll, die Anzahl der Nachtschichten pro Person und Jahr zu verringern. Wie die Studie zeigt, lässt sich die Nachtschichtbesetzung auch bei teilautomatisierten Prozessen ausdünnen, wenn Tätigkeiten aus der Nacht in Früh- und Spätschichten verschoben werden. Die Frühschicht sollte nicht vor 6 Uhr beginnen.

KRONOS legt auch eine größere Verbreitung von Wahlarbeitszeitmodellen nahe, bei denen Arbeitnehmer im Lauf ihres Berufslebens zwischen verschiedenen Wochen- oder Jahresarbeitszeiten wechseln können. Denkbar sind beispielsweise mehrwöchige oder mehrmonatige Auszeiten im Lauf des Arbeitslebens, etwa aus familiären Gründen.

MEDICA.de; Quelle: Karlsruher Institut für Technologie