Maßnahmen gegen Resistenz-Zunahme

Die Zahl von Mikroorganismen, die resistent gegenüber Antibiotika sind, hat in den vergangenen Jahren auf der ganzen Welt erheblich zugenommen. Bakterielle Resistenzen haben sich damit zu einem großen Problem entwickelt.

Der European Academies Science Advisory Council (EASAC), ein Zusammenschluss der nationalen Wissenschaftsakademien der Mitgliedsländer der Europäischen Union (EU), dem die Deutsche Akademie der Naturforscher Leopoldina angehört, hat Empfehlungen verfasst, die helfen sollen, diesen Entwicklungen entgegen zu wirken.

In den Empfehlungen werden die Verantwortlichen in Politik, Gesellschaft und Wissenschaft aufgefordert: Den Einsatz von Antibiotika umsichtig und vorausschauend zu gestalten; der Bevölkerung die Problematik der Resistenzen nahe zu bringen; das Problem des Auftretens von Resistenzen europaweit koordiniert anzugehen; die Forschung auf diesem Gebiet zu verstärken, um besser zu verstehen, wie Resistenzen überhaupt erst zustande kommen; weitere Forschungsanstrengungen zur Aufdeckung neuer Zielstrukturen zu unternehmen, die der Entwicklung neuer Antibiotika dienen und neue Therapiemöglichkeiten eröffnen sollen.

Professor Dr. Volker ter Meulen, Präsident der Deutschen Akademie der Naturforscher Leopoldina, sagt dazu: "Die Zahl resistenter Mikroben wächst ständig und wird zu einem weltweiten Problem. Die politisch Verantwortlichen der EU unterstützen aber bisher die Entwicklung neuer Antibiotika nicht in dem Maße, wie es notwendig wäre, und sie fördern auch nicht den notwendigen Informationsaustausch innerhalb der EU- Mitgliedsstaaten. Es ist notwendig, sehr schnell das Bewusstsein für die Problematik der Resistenzen in der Bevölkerung und auch bei den verschreibenden Ärzten zu schärfen. Antibiotika sollten nur kontrolliert eingesetzt, der freie Zugang sollte verhindert werden. Diese Maßnahmen müssen innerhalb der EU-Mitgliedsländer koordiniert werden, um maximale Erfolge zu erzielen."

MEDICA.de; Quelle: Deutsche Akademie der Naturforscher Leopoldina