Empfehlung: Maßnahmen zur Antibiotika-Forschung

29.01.2013

Foto: Tabletten in Deutschland

Immer weniger Antibiotika sind bei Infektionskrankheiten noch gegen Bakterien wirksam. Deshalb müssen neue Medikamente erforscht werden; © panthermedia.net/V. Vukoja

Die Akademie der Wissenschaften in Hamburg und die Nationale Akademie der Wissenschaften Leopoldina geben acht Empfehlungen, um die weitere Ausbreitung von Resistenzen zu verhindern und dringend benötigte Antibiotika zu entwickeln.

Einer steigenden Zahl an Infektionen durch Antibiotika-resistente Bakterien stehen weltweit immer weniger wirksame Antibiotika gegenüber. Damit wird die erfolgreiche Behandlung infizierter Patienten immer schwieriger. Die Akademie der Wissenschaften in Hamburg und die Nationale Akademie der Wissenschaften Leopoldina geben in ihrer Stellungnahme "Antibiotika-Forschung: Probleme und Perspektiven" acht Empfehlungen, unter denen die Antibiotika-Forschung fortgeführt werden kann.

"Die Entwicklung gibt großen Anlass zur Sorge. Wir haben den Fokus in der Stellungnahme auf den Beitrag der Forschung und die erforderlichen gesellschaftlichen Rahmenbedingungen gelegt", sagt Professor Ansgar W. Lohse, Sprecher der Arbeitsgruppe "Infektionsforschung und Gesellschaft" der Akademie der Wissenschaften in Hamburg. "Es bedarf", erklärt Lohse weiter, "wirklicher Anreize für eine neue und intensivere Antibiotika-Forschung und damit eine schnellere Entwicklung von Medikamenten."

"Das Thema stellt eine Aufgabe an die gesamte Gesellschaft", ergänzt Professor Jörg Hacker, Präsident der Nationalen Akademie der Wissenschaften. Es erfordere nicht nur stärkere Forschungsanstrengungen und eine schnellere Umsetzung der Ergebnisse in die Anwendung, sondern auch einen Dialog darüber, wie verantwortungsbewusst Antibiotika eingesetzt werden und Resistenzen vermieden werden können. "Hierfür richten wir einen Runden Tisch ein, zu dem wir alle relevanten Partner einladen werden."

Das weltweite Auftreten von Antibiotika-Resistenzen gehört nach Einschätzung der Weltgesundheitsorganisation WHO zu den größten Gefahren für die menschliche Gesundheit. Schätzungen gehen jährlich von rund 25.000 Patienten allein innerhalb der EU aus, die an den Folgen einer Infektion mit Antibiotika-resistenten Bakterien sterben.

MEDICA.de; Quelle: Akademie der Wissenschaften in Hamburg