In einer Studie untersuchten Wissenschaftler die Erfassung, Charakterisierung und Differenzierung von Darmwandveränderungen bei immunkompromittierten, hämatologischen Patienten mit akuter abdomineller Klinik.

In dieser retrospektiven Analyse wurden CT-Befunde bei 38 Patienten mit abdominellen Beschwerden nach Knochenmarktransplantation oder hochdosierter Chemotherapie beziehungsweise in Neutropenie untersucht. Dabei berücksichtigte man folgende Parameter: Lokalisation (zum Beispiel Jejunum), Ausdehnung (lokal oder diffus), Wanddicke, KM-Aufnahme in der Darmwand und Gegenwart eines Mehrschichtenphänomens in der Darmwand (target- Zeichen).

Die Befundvalidierung erfolgte in allen Fällen mittels Biopsie oder Stuhlkulturen und ergab folgende Diagnosen: zwölfmal chronische GvHD, einmal akute GvHD, achtmal neutropene Kolitis, dreimal toxische Kolitis, 14 mal infektiöse Enterokolitis.

Ein diffuser Darmwandbefall fand sich in 100 Prozent der Fälle bei GvHD, in 63 Prozent bei therapieinduzierter Kolitis und in 71 Prozent der infizierten Kolitiden. Eine Wanddicke geringer als fünf Millimeter lag in 76 Prozent bei der GvHD, 27 Prozent bei therapieinduzierter Kolitis und 28 Prozent der infektiösen Kolitis vor. Dagegen fanden die Mediziner eine mehr als zehn Millimeter dicke Wand in 50 Prozent der infektiösen Kolitiden und nur 23 Prozent der therapieinduzierten Kolitiden beziehungsweise acht Prozent der GvHD. Ein "Target"-Zeichen im Nativ-CT fand sich bei 14 Prozent der infizierten und neun Prozent der therapieinduzierten Kolitiden. Bei GvHD war dieses Zeichen nicht gegenwärtig. Das Jejunum war häufiger bei GvHD befallen (92 Prozent) als bei der therapieinduzierten (63 Prozent), beziehungsweise infizierten Kolitis (42 Prozent).

MEDICA.de; Quelle: Deutsche Röntgengesellschaft 86. Röntgenkongress der Deutschen Röntgengesellschaft