Sowohl die Anorexia nervosa als auch Depressionen erhöhen das Risiko, an einer Osteoporose zu erkranken. Nahezu logisch daher der Gedanke, dass Mädchen mit Anorexia nervosa und einer Depression eine geringere Knochendichte haben als Mädchen, die nur an einer Anorexie leiden.

In einer Studie sollte nun untersucht werden, ob eine Depression bei anorektischen jungen Frauen ein unabhängiger Risikofaktor für Osteoporose ist. Wissenschaftler der University Children’s Hospital in Bialystok, Polen, führten diese Studie zwischen Oktober 2002 und September 2003 mit 55 jungen Frauen durch. Alle litten an Anorexia nervosa und waren zwischen 13 und 23 Jahren alt. 31 der jungen Frauen hatten keine Depressionen, die anderen litten an einer Depression, die mit der "Hamilton Depression Rating Scale" oder dem "Montgomery-Asberg Depression Rating Scale" festgestellt wurde.

In beiden Gruppen, den anorektischen Frauen mit und ohne Depression, war die Knochendichte (Bone Mineral Density: BMD) geringer als bei gesunden Gleichaltrigen ohne Anorexie. Allerdings zeigte sich, dass bei den Betroffenen eine Depression zusätzlich negativ auf die Knochen schlug (p gleich 0.02). Dabei scheint es eine Dosis-Wirkungs-Beziehung zu geben: Je größer die Depression, gemessen anhand der Depressions-Skalen, desto geringer die Knochendichte.

Warum eine Depression die Knochendichte noch weiter nach unten treibt, ist noch nicht restlos geklärt. Die Studienautoren raten jedenfalls dazu, bei magersüchtigen Frauen die Depression auf jeden Fall zu behandeln. Dies könne die Knochen wenigstens ein wenig schützen, so die Autoren. Weitere Studien sollen das nun zeigen.

MEDICA.de; Quelle: Journal of Clinical Endocrinology and Metabolism 2005, Vol. 90, S. 5382-5385