Magnetfeld beeinflusst möglicherweise Zellwachstum

Krebszellen lassen sich vielleicht
von Magnetfeldern beeinflussen
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Das Forschungsprojekt der Abteilung Gynäkologie und Geburtshilfe am Bereich Humanmedizin der Universität Göttingen wird vom Bundesamt für Strahlenschutz (BfS) gefördert: Seit Jahresbeginn werden die biologischen Wirkungen umweltrelevanter Magnetfelder untersucht.

Alle Menschen sind täglich den Einflüssen von elektrischem Strom in der Umwelt ausgesetzt. Die Projektleiter Prof. Dr. Volker Hanf, Leitender Oberarzt in der Abteilung Gynäkologie und Geburtshilfe, und Privatdozent Dr. rer. nat. Carsten Gründker, Leiter des Forschungslabors der Abteilung Gynäkologie und Geburtshilfe, wollen im Rahmen ihres Projektes herausfinden, auf welche Weise elektromagnetische Felder mit lebenden Zellen, insbesondere Brustkrebszellen, interagieren.

Hanf und sein Mitarbeiter Dr. Rainer Girgert konnten erste Erkenntnisse aus den USA bestätigen, dass schwache elektromagnetische Wechselfelder das Wachstum von menschlichen Brustkrebszellen im Labor beeinflussen.

Zum Nachweis dieser Effekte wurden in ihrer Art einzigartige Zellkulturinkubatoren entwickelt, in denen die Zellen genau definierten Magnetfeldbedingungen ausgesetzt werden können. Unter Anwendung dieser Technologie zeigte sich, dass ein als Krebsmedikament angewandter Stoff unter Einwirkung der Magnetfelder weniger wirksam war.

Hanf betont, dass dies zunächst für die Situation von Patientinnen, die zur Behandlung eines Brustkrebses mit derartigen Medikamenten therapiert werden, keine Bedeutung habe. Es sei völlig offen, ob der beobachtete Effekt auch beim Menschen existiere.

Anja Schröder, Sprecherin des BfS, erläutert: "Wir erhoffen uns als Fernziel weitere Erkenntnisse über die Entstehung von Brustkrebs, über die Bedeutung von Umwelteinflüssen in der Krebsentstehung und die Entwicklung von Abwehrreaktionen gegen eingesetzte Krebsmedikamente im Verlauf der Krebsbehandlung."

MEDICA.de; Quelle: Universität Göttingen