Magnetische Zellen reparieren Schäden

Foto: Magnetische Kugeln

Forscher können Viren und Zellen
mit Hilfe von Magneten im Körper
dirigieren; © SXC

So lässt sich verhindern, dass die Zellen nicht gleich vom Blutstrom fortgespült werden, bevor sie in das Gewebe einwachsen. Die behandelten Zellen können dann beispielsweise Wirkstoffe erzeugen, die einen Tumor zurückdrängen.

Um die gewünschten Gene zu den entsprechenden Zellen zu transportieren, verwendet man "Genfähren". Häufig handelt es sich dabei um Viren. Wenn sie auf eine passende Zelle treffen, "klammern" sie sich daran fest und injizieren ihre eigenen Erbanlagen. Dadurch programmieren sie die befallene Zelle um, die daraufhin jede Menge neuer Viren produziert.

Man kann nun das Viren-Erbgut entfernen und durch "therapeutische" Gene ersetzen. Beim Infektionsvorgang gelangen diese Gene dann in die Zelle und rüsten sie mit neuen Funktionen aus. Doch dieser Vorgang braucht Zeit: "Sie müssen lange genug in der Nähe ihrer Zielzellen gehalten werden, um ihr Erbgut zu übertragen“, erklärt Professor Alexander Pfeifer von der Universität Bonn.

Schwierig wird das beispielsweise, wenn man den therapeutischen Virencocktail über die Blutbahn injiziert. Einerseits verteilt dieser sich dann im ganzen Körper und gelangt eventuell nicht in ausreichender Konzentration zu der Stelle, wo er hin soll. Zudem reißt der Blutstrom die Viren unter Umständen wieder fort, bevor sie ihre Genfracht injizieren können.

"Wir haben die Viren daher an magnetische Partikel gekoppelt", erklärt Pfeifer. "Wenn wir von außen magnetische Felder anlegen, können wir die so modifizierten Genfähren daher an den erkrankten Stellen im Körper festhalten. Doch nicht nur Viren lassen sich so im Körper an die passende Stelle dirigieren.

Endothelzellen, die die Blutgefäße auskleiden, konnten die Forscher auf die gleiche Art und Weise bewegen. "In Mäusen mit geschädigten Arterien konnten wir die Endothelzellen so genau in den geschädigten Arterien positionieren", betont Pfeifer. "Damit eröffnen sich völlig neue Therapieoptionen."

MEDICA.de; Quelle: Rheinische Friedrich-Wilhelms-Universität Bonn