Magnetresonanztomographie entlarvt Vorstufen

Das Ductale Carnicoma In-Situ oder kurz DCIS ist eine Vorstufe des Brustkrebs, der aus den Innenwandzellen der Milchgänge entsteht. Solange er in den Milchgängen abgeschottet verharrt, handelt es sich de facto um eine gutartige Erkrankung.

Dass die MRT der Mammographie für die Diagnostik invasiver Karzinome überlegen ist, ist lange bekannt. Bislang galt die Mammographie aber als einziges Untersuchungsverfahren, mit dem die intra-duktalen Brustkrebs-Vorstufen zuverlässig zu diagnostizieren sind. Prof. Kuhl berichtete auf dem Kongress der American Society of Clinical Oncology (ASCO) über ihre Erfahrungen mit dem Einsatz der Magnetresonanztomographie (MRT) zur Diagnostik solcher in-situ-Karzinome.

Im Rahmen einer großen Studie wurden in Bonn bei über 6000 Frauen sowohl eine Mammographie als auch eine MRT der Brust vorgenommen. Bei 169 Frauen konnte ein DCIS diagnostiziert werden. Das überraschende Ergebnis: Die MRT war der Mammographie nicht nur ebenbürtig, sondern verbesserte die Diagnostik der DCIS ganz erheblich. Fast die Hälfte aller im Sudienzeitraum diagnostizierten 169 Brustkrebs-Vorstufen wurden nur mithilfe der MRT erkannt.

Konkret: Von 169 DCIS wurde 47 Prozent sowohl im Röntgenbild als auch mit der MRT erkannt. Bei 7 Prozent der Frauen wurde das DCIS nur durch die Mammographie entdeckt. Dagegen war in 43 Prozent der Frauen die Diagnose nur mit der MRT zu stellen. Der Grund hierfür war, dass diese DCIS keine Mikroverkalkungen aufwiesen und daher der Mammographie entgingen

Zudem zeigte sich, dass die MRT der Brust vor allem beim Aufspüren der high-grade DCIS der traditionellen Mammographie weit überlegen war: Über die Hälfte der high grade DCIS waren nur mit der MRT zu sehen. Die insgesamt lediglich 12 nur in der Mammographie sichtbaren DCIS entsprachen dagegen in zehn von 12 Fällen der relativ gutartigen Variante.

MEDICA.de; Quelle: Deutsche Röntgengesellschaft e.V.