Weltgesundheitstag: Malaria und Gelbfieber betreffen auch die Leber

03/04/2014
Foto: Stechmücke

Verktorübertragene Krankheiten wie Malaria und Gelbfieber werden über lebende Organismen von Mensch zu Mensch übertragen; © panther-
media.net/smuay

Am 7. April macht die Weltgesundheitsorganisation (WHO) mit dem Weltgesundheitstag auf vektorübertragene Erkrankungen aufmerksam. Das sind Krankheiten, die durch lebende Organismen, sogenannte Vektoren, von einer Person auf die andere übertragen werden können. Das kann auch die Leber in Mitleidenschaft ziehen.

Die wichtigste durch Vektoren übertragbare Krankheit ist sicherlich Malaria. In Afrika, so schätzen Experten, wurden im Jahr 2010 etwa 660.000 Todesfälle durch Malaria – eine durch die weibliche Anopheles-Mücke übertragene Erkrankung – hervorgerufen.

„Hier spielt die Leber eine ganz wichtige Rolle, denn die Erreger (sogenannte Plasmodien) gelangen durch das Blut in den menschlichen Körper und erreichen zuerst die Leber. In den Leberzellen vermehren sie sich und schädigen dann andere Organe“, sagt Prof. Michael P. Manns, Vorstandsvorsitzender der Deutschen Leberstiftung, anlässlich des Weltgesundheitstages.

Gelbfieber ist eine weitere klassische Infektionserkrankung, bei der auch die Leber im Mittelpunkt steht. Gelbfieber wird durch das Gelbfiebervirus (ein Flavivirus) verursacht, das durch Stechmücken als Vektor übertragen wird. Wie der Name schon sagt, sind Gelbsucht und Fieber wichtige Symptome. Die durch das Gelbfieber verursachte Gelbfiebervirushepatitis ist eine akute, sehr lebensbedrohliche Hepatitis mit zusätzlichen Gerinnungsproblemen, der „Hämorrhagischen Diathese“.

Häufig tritt blutiges Erbrechen auf, daher wird die Krankheit auch „Schwarzes Erbrechen“ genannt. Gelbfieber ist häufig in Südamerika und Afrika. Die WHO schätzt, dass jährlich 200.000 Personen erkranken und 30.000 Personen an Gelbfieber sterben; schätzungsweise 90 Prozent der Infektionen entfallen auf den afrikanischen Kontinent.

Nicht nur vektorübertragene Infektionen sind eine Gefahr bei Reisen in subtropische oder tropische Länder. Infektionen wie beispielsweise Virushepatitisinfektionen können auf vielen Wegen übertragen werden, zum Beispiel durch verunreinigtes Essen, ungeschützten Geschlechtsverkehr oder durch Tätowierungen, wenn diese unter nicht hygienischen Bedingungen ausgeführt werden.

Gegen viele dieser Infektionen gibt es Impfungen, so dass vor einer Reise in betroffene Regionen eine Impfberatung empfehlenswert ist. Nach der Rückkehr empfiehlt sich gegebenenfalls eine Kontrolle der Leberwerte und bei erhöhten Werten ein Untersuchung auf eine Virushepatitis. Dies ist besonders wichtig, da einige Formen chronisch verlaufen und dann Leberzirrhose sowie Leberzellkrebs zur Folge haben können.

Die rechtzeitige Diagnose einer Lebererkrankung ist wichtig. Viele Betroffene, zum Beispiel Patienten, die mit einer Hepatitis B oder C infiziert sind, können mittlerweile sehr erfolgreich mit Medikamenten behandelt werden – vor allem, wenn die Diagnose frühzeitig gestellt wird.

MEDICA.de; Quelle: Deutsche Leberstiftung