Mammografie-Screening-Programm hat hohe Qualität

Foto: Frau bei Mammografie

Jährlich erkranken mehr als 72 000
Frauen in Deutschland neu an
Brustkrebs;© panthermedia.net/
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Dabei kommen auf einen gutartigen Befund zwei bestätigte Brustkrebsfälle. Von 1000 im Screening untersuchten Frauen werden rund 50 Frauen zu einer weiteren Untersuchung einbestellt. In den meisten Fällen kann durch eine zusätzliche mammografische Aufnahme, Ultraschalluntersuchung und Tastuntersuchung Brustkrebs ausgeschlossen werden.

Lediglich bei 15 von 1000 Frauen wird die Indikation zur Biopsie gestellt. Der Verdacht auf Brustkrebs bestätigt sich dann in der Mehrzahl der Fälle. Das Verhältnis von benignen zu malignen Biopsien beträgt im Screening 1:2,3 (für Stanzbiopsie bei Ultraschallkontrolle).

Die hohe Qualität des Programms zeigt sich auch am Anteil der präoperativ gesicherten Karzinome, der mit rund 92 Prozent weit über den mindestens geforderten 70 Prozent liegt (Referenzwerte für Screening-Untersuchungen BMV-Ä/EKV). Damit sind Lage, Größe und Ausmaß des Brustkrebses in der Regel bereits vor der Operation bekannt. Das ist ein großer Vorteil für brustkrebserkrankte Frauen, da Operation und Anschlusstherapie schon vor dem Eingriff, in gemeinsamer Abstimmung zwischen den behandelnden Ärzten und individuell auf die Frau zugeschnitten, geplant werden können.

Der aktuelle Qualitätsbericht belegt, dass sich Bilddiagnostik und Befundung im Mammografie-Screening-Programm auf einem sehr hohen Niveau befinden. Bei 8 von 1000 Frauen wird Brustkrebs entdeckt bei einer relativ geringen Biopsie-Rate. Deutlich höher fallen die Biopsie-Raten für Brustkrebsfrüherkennungs-Untersuchungen mittels Ultraschall (3-fach höher) und Magnetresonanztomografie (10-fach höher) aus. Dadurch wird jedoch in der Regel nur maximal ein zusätzliches Karzinom gefunden.

Das Vertrauen von Frauen in die Qualität des Mammografie-Screening-Programms ist entsprechend hoch. 95 Prozent der wiedereinbestellten Frauen folgen der Einladung zur Abklärung und nehmen dort Bilddiagnostik und Befundung in Anspruch.

Jährlich erkranken mehr als 72 000 Frauen in Deutschland neu an Brustkrebs (Robert Koch-Institut 2010); rund 17 000 Frauen sterben jedes Jahr daran. Damit ist das Mammakarzinom der häufigste bösartige Tumor bei Frauen. Mit zunehmendem Alter steigt das Risiko, an Brustkrebs zu erkranken.

MEDICA.de; Quelle: Kooperationsgemeinschaft Mammografie