Die Mammographie gehört zu den etablierten Methoden, um einen Brustkrebs zu diagnostizieren. Darum wurden überall auf der Welt Screening-Programme aufgelegt. Der wert solcher Massenscreenings ist jedoch umstritten. Kritiker machen geltend, dass der Nutzen nicht bewiesen oder die Mammographie zu ungenau sei.

Daten zu diesem kontrovers diskutierten Thema liefert nun eine Studie der British Columbia Cancer Agency, Vancouver, Kanada. Dort haben Dr. Andrew Coldman und sein Team untersucht, ob ein Mammographie-Screening die Mortalität des Mammakarzinoms bei Frauen senken kann. Probandinnen wurden aus dem „Screening Mammography Program of British Columbia.” gewonnen.

Die teilnehmenden Frauen waren zwischen 40 und 79 Jahre alt und hatten sich zwischen 1998 und 2003 mindestens einer mammographischen Untersuchung unterzogen. Mit Hilfe des „British Columbia Cancer registry” konnten alle Frauen ermittelt werden, die an einem Mammakarzinom verstorben waren. Diese Daten verband man dann mit den Daten der Studie.

598.690 Frauen gehörten schließlich zu der untersuchten Kohorte. Insgesamt hatten sie sich 2.196.441 Mammographien unterzogen, das macht im Durchschnitt 3,7 Mammographien pro Probandin. Während des Untersuchungszeitraums traten 14.247 Mammakarzinome auf. 19.913 weitere Mammakarzinome wurden bei Frauen diagnostiziert, die nicht zu der Studienkohorte gehörten.

Schließlich konnten die Mortalitätsdaten mit den Daten der Mammographien abgeglichen werden. Dabei zeigte sich ein klarer Vorteil für das Screening: Über alle Altersgruppen hinweg senkt das Mammographie-Screening das Risiko, an einem Mammakarzinom zu versterben, um 39 Prozent (p kleiner 0.0001).

Offensichtlich profitieren alle Altersgruppen von der Mammographie. Jene Frauen, die sich zwischen dem 40 und 49. Lebensjahr erstmals testen lassen ebenso wie ältere Frauen über 50, die ein weit höheres Mammakarzinom-Risiko haben.

MEDICA.de; Quelle: International Journal of Cancer 2007, Vol. 120, S. 1076-1080