Die Diagnose eines Mammakarzinoms kann in der Schwangerschaft schwierig ein. Das vergrößerte Brustvolumen und die veränderte Härte des Gewebes machen die Erkennung häufig nicht einfach. Oft sind schwangere Frauen dann auch schon in einem fortgeschritteneren Stadium als nicht schwangere Frauen, wenn bei ihnen ein Mammakarzinom entdeckt wird. Folglich ist Chemotherapie dann auch eine mögliche Option. In den meisten bisherigen Studien waren aber nur Frauen eingeschlossen, deren Mammakarzinom erst nach der Geburt entdeckt wurde.

Eine Arbeitsgruppe der University of Texas und des MD Anderson Cancer Center in Houston, USA, haben nun der Wert der Mammographie, des hochfrequenten Ultraschalls (high-frequency-transducer ultrasonography) und des Farb-Dopplers für die Diagnose eines Mammakarzinoms in der Schwangerschaft untersucht.

Retrospektiv untersuchte die Arbeitsgruppe 24 Fälle eines Mammakarzinoms bei 23 Patientinnen. Die Fälle waren während einer Schwangerschaft in den Jahren 1989 bis 2003 entdeckt worden. In 17 Fällen war bei den Frauen sowohl ein Ultraschall als auch Mammographie vorgenommen worden.

Mit Hilfe der Mammographie konnten 18 von 20 Fällen entdeckt werden. Der Ultraschall entdeckte alle 21 Tumoren bei 20 Frauen. Außerdem wurden durch den Ultraschall bei 15 von 18 Frauen richtigerweise axilläre Metastasen diagnostiziert. Bei jenen zwei Frauen, die unter der Mammographie falsch-negative Befunde hatten, identifizierte der Ultraschall Tumorgrößen im Durchmesser von 3,0cm beziehungsweise 1,6cm.

16 Frauen unterzogen sich während der Schwangerschaft einer neoadjuvanten Chemotherapie mit Anthrazyklinen. Dabei konnte der Ultraschall wertvolle Hilfe geben in Bezug auf die Ansprechbarkeit der Patientinnen auf die Chemotherapie.

MEDICA.de; Quelle: Radiology 2006, Vol. 239, S. 52-60