Studien, die den Zusammenhang zwischen periodontalen Bakterien und vaskulären Risikofaktoren untersuchten, hat es schon früher gegeben. Die aktuelle Untersuchung einer Arbeitsgruppe um Epidemiologe Dr. Moise Desvarieux von der Columbia University in New York City ist nach deren Aussage jedoch die erste Studie, welche einen direkten Zusammenhang zwischen der Mundflora und der Dicke der Media intima messen konnte und nicht nur Surrogatparameter.

An ihrer Studie nahmen 1.056 Personen im Durchschnittsalter von 69 Jahren teil, die keinen Myokardinfarkt oder Schlaganfall gehabt hatten. Alle Probanden waren Teilnehmer der "Oral Infections and Vascular Disease Epidemiology Study (INVEST)".

Den Probanden entnahm man 4.561 subgingivale Plaque-Proben und untersuchte sie auf Vorhandensein von elf bekannten periodontalen Bakterien. Außerdem vermaß man die Dicke der Intima media mittels hochauflösenden Ultraschalls.

Nach Herausrechnen konventioneller Risikofaktoren für die Verdickung von Arterienwänden zeigte sich ein klarer Zusammenhang zwischen der periodontalen Bakterienlast und der Dicke der Intima media in der Arteria carotis: von der niedrigsten bis zur höchsten Tertile der Bakterienlast stieg die durchschnittliche Intima media-Dicke von 0.83 über 0.87 bis auf 0.88 mm (p kleiner 0.0001).

Dabei zeigte sich, dass lediglich fünf verschiedene Bakterienarten für die Parodontose und die Intimaverdickung verantwortlich sind. Alle anderen Bakterien ließen Zahn und Arterie ungeschoren.

Nach Angaben der Studienautoren hat dieses Ergebnis durchaus klinische Relevanz: Ein Unterschied von 0.03 mm in der Intimadicke beeinflusst den Blutdruck um bis zu 15 mmHg und kann das Risiko eines Myokardinfarkt erhöhen.

MEDICA.de; Quelle: Circulation 2005, Vol. 111, S. 576-582.