In den letzten Jahren ist der Bedarf für Nierentransplantate deutlich gestiegen. Gebraucht werden vor allem Nieren von Lebendspendern. Als Folge hat man die Kontraindikationen für die Lebendspende deutlich gelockert. Auch ältere Patienten, Übergewichtige und Personen mit einer unilateralen Erkrankung der Nierenarterien können eine Niere spenden. Ebenso Personen mit einer Hypertonie. Kurzfristig hat die Lockerung der Kontraindikationen für die Betroffenen keine nachteiligen Folgen. Über die langfristigen Folgen ist jedoch nichts bekannt.

Wissenschaftler haben jetzt die Daten von 127 Lebendspendern untersucht, die zwischen 1969 und 2002 eine Niere gespendet haben. Bei allen Spendern lag die Lebendspende bereits mindestens drei Jahre zurück und alle unterzogen sich umfangreichen Tests. Der durchschnittliche Nachbeobachtungszeitraum betrug acht Jahre.

Wie sich zeigte, haben ältere Lebendspender nach der Spende ein höheres Risiko für eine niedrige glomeruläre Filtrationsrate (GFR) von weniger als 60 mL/min/1.73m2 (p kleiner 0.001). Männliches Geschlecht und Body Mass Index hatten keinerlei Einfluss auf die GFR nach der Spende. Die GFR vor der Lebendspende hat einen deutlichen Einfluss auf die GFR nach der Spende (p kleiner 0.0008). Interessanterweise hatte die Kreatinin-Clearance keinerlei Aussagekraft für die GFR oder Kreatinin-Clearance nach der Spende.

Eine Proteinurie, die meist bei den hypertensiven Spendern vorkam, korrelierte signifikant mit männlichem Geschlecht (p kleiner 0.01) und Gewicht zum Zeitpunkt der Spende (p kleiner 0.01). Männer und Personen mit einem BMI von mehr als 30kg/m2 vor der Lebendspende entwickelten signifikant häufiger eine Hypertonie nach der Transplantation.

MEDICA.de; Quelle: World Transplant Congress 2006 Abstract 976