Zu den Risikofaktoren einer Fluorose des Skeletts gehört unter anderem der Genuß von Brunnenwasser, das Fluoride in einer Konzentration von mindestens vier Teilchen pro Million (4ppm) enthält. Normalerweise enthält Nahrung so geringe Mengen an Fluor, dass es nicht zu einer Knochen-Fluorose kommt. In Asien hingegen kommt es immer wieder zu Fällen von Knochen-Fluorose, da die Menschen dort gelegentlich minderwertigen Tee aus der Pflanze Camellia sinensis trinken.

Der aktuelle Fall betrifft eine 52-jährige weiße US-Amerikanerin, bei der man 1998 ungewöhnlich starke und dichte Wirbelkörper im Lumbarbereich entdeckte, nachdem sich die Dame damals den Rücken verrenkt hatte. Nach der Menopause mit 46 Jahren nahm sie täglich 600 mg Kalzium zu sich, außerdem Multivitamine. Meist trank sie unfiltriertes Brunnenwasser.

Radiologische Untersuchungen zwischen 1993 und 1998 zeigten eine Osteosklerose der Knochen. In den Lumbalwirbeln war die Knochendichte deutlich erhöht. Die Laborparameter waren unauffällig. Die Untersuchung des 24-Stunden-Urins dagegen ergab 19 mg/g Fluoride (Referenzwert: weniger als 3 mg/g). Nachdem die Patientin nur noch gekauftes Wasser mit geringem Fluoranteil trank, sank dieser Wert leicht.

Allerdings erzählte die Frau ihren erstaunten Ärzten zu diesem Zeitpunkt dann, dass sie während ihres ganzen Erwachsenenlebens täglich große Mengen eines extra-starken Instant-Tees getrunken habe. Messungen ergaben, dass dieser Instant-Tee ihr zwischen 26 und 52 mg Fluor pro Tag zusätzlich zugeführt hat. Zusammen mit dem fluorreichen Brunnenwasser war dies einfach zu viel Fluor für ihre Knochen. Unabhängige Ermittlungen haben ergeben, dass einige der zumindest in den USA vertriebenen Instant-Tees tatsächlich relativ fluorhaltig sind.

MEDICA.de; American Journal of Medicine 2005, Vol. 118, S. 78-82