Manchmal hilft die Ehe

Gesundheitsvorsorge für Männer
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Männliche Singles mit metastasierendem Prostatakarzinom erhalten bei Knochenschmerzen seltener einen zweiten Durchlauf an Radiotherapie als ihre verheirateten Altersgenossen. Das zeigt eine Studie des "Fox Chase Cancer Center" in Philadelphia, Pennsylvania, USA. Wissenschaftler der Radiation Therapy Oncology Group (RTOG 97-14) analysierten Daten von Männern und Frauen mit symptomatischen Knochenmetastasen nach Prostata- beziehungsweise Mammakarzinom. Ziel der Studie war, herauszufinden, ob das klinische Ergebnis vom Familienstand abhängt.

Alle Frauen und die verheirateten Männer, die 8 Gy an Radiotherapie erhielten, suchten häufiger um eine zweite radiotherapeutische Behandlung nach als alleinstehende Männer. Auch bei anderen radiotherapeutischen Dosen zeigte sich, dass alleinstehende Männer seltener in deren Genuss kommen. Möglicherweise liegt das daran, dass unverheiratete Männer weniger sozialen Kontakt und weniger Unterstützung haben als Frauen.

Eine weitere Studie der gleichen Wissenschaftlergruppe konnte allerdings zeigen, dass das chirurgische und radiotherapeutische Ergebnis bei Frauen mit Mammakarzinom nicht von deren Familienstand abhängt. Diese Untersuchung basierte auf Daten von 2.143 Frauen mit einem Mammakarzinom im frühen Stadium, die zwischen 1984 und 2003 radiotherapeutisch behandelt wurden.

Wie sich zeigte, ist das klinische Ergebnis unabhängig davon, ob die Frauen verheiratet sind, alleinstehend, geschieden oder verwitwet. Viel entscheidender war das Alter. Frauen unter 40 und über 70 Jahre hatten eine schlechtere Prognose. Der körperliche Zustand der Frauen ist zumindest bei diesem Karzinom wichtiger als der Familienstand, schreiben die Studienleiter.

MEDICA.de; Quelle: American Society for Therapeutic Radiology and Oncology 47th Annual Meeting