Wissenschaftler der Universitätsklinik Würzburg haben in einer Studie untersucht, welche klinische Wertigkeit die Niedrigdosis-CT der Lunge für den frühen Nachweis pulmonaler Infiltrate bei neutropenischen Patienten mit Fieber unklarer Ätiologie hat.

35 neutropenische Patienten mit Fieber unklarer Ätiologie und unauffälligem Röntgen-Thorax wurden mit der nativen Niedrigdosis-Multischicht-CT der Lunge (120 kV) mit fünf Millimeter dicken axialen und frontalen Schichten untersucht. Ohne Infiltratnachweis wurde eine antibiotische Standardtherapie angesetzt und eine CT-Kontrolle nur bei persistierendem Fieber durchgeführt. Bei Infiltratnachweis fügten die Mediziner eine antimykotische Therapie hinzu und veranlassten eine Kontroll-CT innerhalb einer Woche. Regression oder Progression der Infiltrate bei der Kontrolle galt als Pneumonienachweis, bei Entfieberung innerhalb 48 Stunden oder unauffälligem Kontroll-CT war eine Pneumonie ausgeschlossen.

Bei zehn von 35 Patienten wurde ein Infiltrat nachgewiesen, das bei der Kontrolle bei drei Patienten regredient und bei sechs Patienten progredient war. Bei einem Patienten zeigte sich in der BAL eine leukämische Infiltration. Von 25 von 35 Patienten ohne Infiltratnachweis waren 20 Patienten fieberfrei innerhalb von 48 Stunden, ein Patient verstarb an der Grunderkrankung. Unter vier Patienten mit persistierendem Fieber war bei der Kontrolle bei dreien kein Infiltrat nachgewiesen, ein Patient hatte disseminierte mikronoduläre Infiltrate.

Durch die frontalen Rekonstruktionen konnten bei vier Patienten Atelektasen von Infiltraten differenziert werden. Sensitivität und Spezifität für den Pneumonienachweis bei der Erstuntersuchung waren 90 Prozent und 96 Prozent, der negative Vorhersagewert war 96 Prozent.

MEDICA.de; Quelle: Fortschr Röntgenstr 2005, Vol. 177, S. 1424-1429