Etwa vier Millionen Babys sterben weltweit jedes Jahr in den ersten 28 Lebenstagen und gelten als neonatale Todesfälle. Von diesen wiederum sterben etwa 75 Prozent in der ersten Lebenswoche. Die häufigsten Todesursachen sind Infektionen, Frühgeburt, Asphyxie unter der Geburt und kongenitale Fehlbildungen. Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) hat sich zum Ziel gesetzt, die Zahl der Todesfälle bei Kindern unter fünf Jahren von 1990 bis 2015 um zwei Drittel zu senken. Dies kann nur erreicht werden, wenn die neonatale Mortalität in Ländern der „Dritten Welt“ gesenkt wird. Allerdings bedeutet das gerade in unterentwickelten Ländern mit einem mangelhaften Gesundheitssystem, jene Neugeborene zu identifizieren, die eine sofortige Behandlung im Krankenhaus benötigen.

In einer Studie haben Wissenschaftler nun untersucht, welche Symptome und Beschwerden bei einem Kind in den ersten 28 Lebenstagen darauf hindeuten, dass eine sofortige Behandlung angezeigt ist, um das Leben des Kindes zu retten. Dazu untersuchten sie 3.177 Kinder im Alter von bis zu sechs Tagen und sieben bis 59 Lebenstagen aus den Ländern Bangladesh, Bolivien, Ghana, Indien, Pakistan und Südafrika. Dabei waren 31 Symptome von Interesse.

Wie sich zeigte, gibt es zwölf Symptome, die bei Kindern in den ersten sieben Lebenstagen die Alarmglocken schrillen lassen müssen: Dazu gehören vor allem Schwierigkeiten bei der Fütterung, Konvulsionen, Lethargie, Bewegung nur bei Stimulation, Atemfrequenz von mindestens 60 Atemzügen pro Minute, grunzende Laute, Körpertemperatur von mehr als 37,5 oder weniger als 35,5 Grad Celsius und eine Zyanose.

Liegt eines dieser zwölf Zeichen vor, dann bedarf ein Kind ärztlicher Behandlung. Dies gilt auch für Kinder bis zum 59. Lebenstag.

MEDICA.de; Quelle: Lancet 2008, Vol. 371, S. 135-142