Eine steigende Patientengefährdung in den letzten zwei Jahren bestätigen über 45 Prozent der Befragten und eine schlechte oder mittelmäßige Versorgung mit Sterilgütern sehen über 90 Prozent. „Dieser Wert ist alarmierend und birgt einen hohen Handlungsdruck, gerade im Hinblick auf die unzähligen Skandale mit verunreinigtem OP-Besteck im letzten Jahr“, erklärt Professor Thomas Busse von der FH FFM.

OP-Säle von Krankenhäusern litten zunehmend darunter, dass OP-Pflegepersonal qualitativ und quantitativ nicht ausreichend zur Verfügung stünde, um die steigenden Zahlen an Operationen dauerhaft bewerkstelligen zu können. „Bereits heute müssen viele Operationen – gerade auch wegen des Pflegemangels – verschoben oder von anderen Krankenhäusern erbracht werden“, betont Busse.

Laut OP-Barometer sind es nicht primär die Arbeitszeiten, Bereitschaftsdienste oder Überstunden, die die Attraktivität des Arbeitsplatzes für vorhandene oder potenzielle Pflegekräfte im OP-Bereich mindern. Als motivationsmindernd bezeichnen die Befragten die geringe Wertschätzung für ihre geleistete Arbeit. Außerdem kritisieren sie die organisatorischen Defizite, wie schlechte OP-Planungen oder die mangelnde Unterstützung durch OP-externe Leistungsstellen in den Krankenhäusern. Nur die Hälfte der Befragten ist mit der Organisation in ihrem OP-Saal insgesamt zufrieden, noch weniger, nur rund 37 Prozent, meinen, über eine gute und verlässliche OP-Planung zu verfügen. Ebenfalls nur die Hälfte der Befragten findet den vorhandenen Umgang miteinander in Ordnung.

Leicht gesunken gegenüber dem OP-Barometer 2009 ist die Zahl der Pflegekräfte aus den OP- und Anästhesiebereichen, die den Beruf nicht mehr oder nur noch in einem anderen Krankenhaus ergreifen würden. 2009 waren es noch rund 56 Prozent, 2011 sind es rund 52 Prozent. „Dieser Wert ist gerade im Hinblick auf die Gewinnung von zusätzlichem Pflegepersonal im OP-Bereich immer noch nicht zu akzeptierenden“, sagt Busse. Etwas mehr als 58 Prozent der Befragten halten ihren Arbeitsplatz mit Beruf und Familie für gut vereinbar.

MEDICA.de; Quelle: Fachhochschule Frankfurt am Main