Schulterschmerzen sind ein häufiges Problem. In Leitlinien wird empfohlen, zunächst zwei Wochen zu beobachten und den Patienten über richtige Haltung und Führung der Schulter zu unterrichten und gegebenenfalls analgetisch zu wirken. Danach sollten Kortikoidgaben in den subakromialen Raum und das glenohumerale Gelenk gespritzt werden. Wenn der Patient nach sechs Wochen noch immer Schmerzen hat, sollte Physiotherapie beginnen.

Dennoch halten bei vielen Menschen die Schulterschmerzen an. In einer Studie wurde nun untersucht, ob manipulative Therapie an der Schulter in Verbindung mit Physiotherapie die Beschwerden deutlich verringern kann.

An der Studie nahmen Patienten aus 50 Arztpraxen der Niederlande teil. Alle hatten Schmerzen im Bereich zwischen Schulter und Nacken. Die Patienten erhielten entweder die beschriebene Standardtherapie oder Standardtherapie plus manipulative Therapie. Diese bestand im wesentlichen aus bestimmten Stoßtechniken mit geringer Amplitude aber hoher Schnelligkeit und spezifischen Mobilisationstechniken mit hoher Amplitude und geringer Schnelligkeit.

Sechs Wochen nach Beginn der Studie zeigte sich zwischen beiden Gruppen kein signifikanter Unterschied hinsichtlich des Schmerzes oder der Beweglichkeit. Zwölf Wochen danach jedoch waren durch die zusätzliche manipulative Therapie mehr Patienten nach eigener Einschätzung "erholt" als Patienten unter der alleinigen Standardtherapie. Insgesamt besserten sich die Heftigkeit der Beschwerden und die Schmerzen unter der zusätzlichen manipulativen Therapie deutlicher als in der Kontrollgruppe.

52 Wochen nach Interventionsbeginn waren "Heilung" beziehungsweise "Erholung" in der Interventionsgruppe stärker ausgeprägt als in der Kontrollgruppe. Die Schulterschmerzen wurden von beiden Gruppen jedoch als gleich stark beschrieben.

MEDICA.de; Quelle: Annals of Internal Medicine 2004, Vol. 141, S. 432-439