Schon lange wurde bewiesen, dass psychosoziale Faktoren und der Lebensstil einen Einfluss auf die Hypertonie haben. Das gilt auch für den Alkoholkonsum, der den Blutdruck heben kann. Seltsamerweise war bislang aber kaum darüber geforscht worden, ob sich die Geschlechter in Bezug auf die Auswirkungen des Alkohols auf den Blutdruck unterscheiden.

Das ist offenbar der Fall, wie eine Studie mit 248 Probanden beweist. Die Männer und Frauen im Alter zwischen 40 und 65 Jahren wurden in zwei Gruppen unterteilt: Jene, die höchstens zehn Drinks pro Woche zu sich nahmen und jene, die mehr als zehn Gläser pro Woche kippen. Außerdem bestimmte man verschiedene andere Parameter, darunter den Body Mass Index (BMI). Dann wurden die Probanden an ein 24-Stunden-Langzeit-EKG angeschlossen.

Wie sich zeigte, erhöhen mehr als zehn Alkohol-Drinks pro Woche, männliches Geschlecht und höheres Alter unabhängig voneinander das Risiko eines hohen systolischen Blutdruckwertes (p gleich 0.033 beziehungsweise p gleich 0.004 und p gleich 0.039). Körperliche Bewegung dagegen senkt das Risiko (p gleich 0.037).

In absoluten Zahlen heben mehr als zehn Drinks pro Woche den systolischen Blutdruckwert um durchschnittlich 4,4 mmHg im Verlauf von 24 Stunden. Als man dann nur jene Zeiten untersuchte, in denen die Probanden mit ihrem Partner oder der Partnerin zusammen waren, zeigte sich: Alkohol hebt den systolischen Druck in diesen Phasen um 7,1 mmHg.

Besonders ausgeprägt ist dieser Effekt bei den Frauen: Bei ihnen hebt Alkohol den systolischen Blutdruck um durchschnittlich 8,4 mmHg beziehungsweise 11,4 mmHg während des Kontaktes mit ihrem Partner.

Nicht ohne Süffisanz fragen sich die Studienautoren, ob der steigende Blutdruck bei Partnerkontakt nun ein Zeichen von freudiger Erregung oder eher von Aufregung sei.

MEDICA.de; Quelle: American Journal of Hypertension 2006, Vol. 19, S. 136-139