Ärzte empfehlen zu Recht regelmäßigen Sport, da er nachweisbar die Gesundheit fördert. Millionen von Menschen befolgen diesen Ratschlag. Für einige jedoch endet er tödlich: Der so genannte plötzliche Herztod ereignet sich oft bei sportlichen Menschen während sie ihren Sport ausüben. So werden etwa Marathonläufe häufig überschattet von Meldungen über zusammengebrochene und verstorbene Läufer. Immer wieder wird der Sinn solcher Veranstaltungen daher in Frage gestellt.

Nun haben kanadische Wissenschaftler eine andere Sicht auf diese Dinge genommen: Sie gingen von der Annahme aus, dass für organisierte Massenläufe wie etwa den „New York Marathon“ als einen der bekanntesten, Straßen gesperrt werden müssen und daher der Verkehr in bestimmten Gebieten eingeschränkt wird oder zum Erliegen kommt. Wo aber der Verkehr gesperrt ist, da können sich keine tödlichen Unfälle ereignen. Die Kanadier stellten sich daher die simple Frage: Welches Risiko ist höher: das Risiko, bei einem Marathonlauf zu sterben oder das Risiko, im selben Zeitraum im selben Gebiet im Straßenverkehr ums Leben zu kommen?

Dazu untersuchten die Wissenschaftler alle Marathonläufe in den USA, an denen mindestens 1.000 Personen teilnehmen, die eine Tradition von mindestens 20 Jahren haben und die auf gesperrten Straßen stattfinden.

3.292.268 Personen hatten an den untersuchten Marathonläufen teilgenommen. Das entspricht etwa 14 Millionen Laufstunden. Dabei ereigneten sich 26 Fälle eines plötzlichen Herztodes. Dies entspricht 0,8 Fällen pro 100.000 Teilnehmern. Da die Straßen gesperrt waren, konnten statistisch 46 Tote im Straßenverkehr verhindert werden. Daraus errechnet sich, dass durch jeden Fall eines plötzlichen Herztodes bei Marathonläufen 1,8 Tote im Straßenverkehr verhindert werden.

Buchtipp: Prüfungsvorbereitung Notfallmedizin
Zu Recht stehen bei Marathonläufen Notfallmediziner bereit. Der Notarzt ist für viele Menschen geradezu der Arzt schlechthin: Schnell, souverän und sicher in seinen Entscheidungen, auch beim plötzlichen Herztod eines Marathonläufers. Doch nicht immer werden Notfallmediziner zu solch spektakulären Einsätzen gerufen. Der Alltag ist oft viel banaler, aber nicht weniger fordernd. Ein gutes Rüstzeug auf dem Weg zum guten Notarzt bietet das neue Lehrbuch „Prüfungsvorbereitung Notfallmedizin“, das vor wenigen Monaten im Thieme-Verlag erschienen ist. Das Buch beschreibt sehr anschaulich und vor allem übersichtlich die wichtigen Erkrankungsbilder in der notfallärztlichen Praxis und legt dabei viel Wert auf das logistische Vorgehen bei der Patientenversorgung. Besonders erwähnenswert sind die reiche Bebilderung mit Fotos und Graphiken und die tabellarischen Zusammenfassungen.

Hinkelbein, Jochen; Genzwürker, Harald: Prüfungsvorbereitung Notfallmedizin; Thieme-Verlag 2007, 178 Seiten, kartoniert; ISBN: 978-3-13-141161-7; 14,95 Euro


MEDICA.de; Quelle: British Medical Journal 2007, Vol. 335, S. 1275-1277