Marathonläufer sind zu lange in der Sonne

Marathonlaufen scheint der Haut
nicht gut zu tun; © PixelQuelle.de

Marathonläufer setzen sich oft in einem ungesunden Maße der Sonne aus. Dies beginnt schon lange vor dem eigentlichen Wettkampf. Bereits beim Training verbringen viele Läufer mehr Zeit in der Sonne, als empfohlen wird. Hinzu kommt, dass Schweiß die Photosensitivität der Haut erhöhen kann und die meisten Athleten keine Sportkleidung tragen, die den Oberkörper und die Beine abdeckt.

In einer Studie aus Österreich wurde dieses Feld nun näher beleuchtet. 210 Marathonläufer nahmen daran teil. 210 Personen gleichen Alters und Geschlechts dienten als Kontrollgruppe.

Die dermatologische Untersuchung zeigte, dass die Haut der Personen aus der Kontrollgruppe sonnenempfindlicher war und mehr Melanozyten aufwies als die Haut der Marathonläufer. Allerdings waren in der Gruppe der Marathonläufer signifikant häufiger mindestens zwei atypische melanozytäre Naevi zu finden als in der Kontrollgruppe: 47,1 versus 31,4 Prozent. 24 Marathonläufer mussten sich wegen einer verdächtigen Hautläsion chirurgischer Behandlung unterziehen. In der Kontrollgruppe war das nur bei 14 Personen der Fall.

Bei näherer Betrachtung zeigte sich sogar eine „Dosis-Wirkungs-Beziehung“: Je länger und intensiver die Athleten trainierten, desto höher die Wahrscheinlichkeit, dass melanozytäre Naevi auftraten oder sie sich wegen einer verdächtigen Hautläsion chirurgisch behandeln lassen mussten.

Tatsächlich taten die Marathonläufer nur wenig, um sich gegen die Sonne zu schützen: 96,7 Prozent trainierten in Shorts und 98,6 Prozent liefen in kurzärmeligen oder ärmellosen Hemden. Nur 56,2 Prozent benutzten Sonnenschutzmittel.

MEDICA.de; Quelle: Archives of Dermatology 2006, Vol. 142, S. 1471-1474