Marihuana ist dem Baby im Weg

Marihuana könnte dem Fötus im
Wege stehen; © PixelQuelle.de

Marihuana ist die am häufigsten konsumierte Droge bei Frauen, die sich in ihrer reproduktiven Phase befinden. Es heftet sich an zwei Rezeptoren - cannabinoider Rezeptor 1 und 2 (CB1, CB2) – die sich im Gehirn, aber auch im Sperma, in den Eizellen und entstehenden Embryonen befinden. Normalerweise werden die beiden Rezeptoren durch das natürlich vorkommende Signalmolekül Anandamid aktiviert.

Die Anandamid-Formation durch das Enzym NAPE-PLD wird sorgfältig mit seinem Abbau durch FAAH ausbalanciert. So entsteht ein fein abgestimmtes lokales "Anandamid-Zusammenspiel" in Embryonen und den Eileitern. Eine wichtige Balance, die nötig ist, damit sich der Embryo normal entwickeln, durch den Eileiter wandern und im Uterus niederlassen kann.

In einer aktuellen Studie zeigten Sudhansu Dey und Kollegen, dass die Unterdrückung der FAAH-Aktivität in Embryonen und den Eileitern die Anandamid-Level erhöhen. Das wiederum beeinträchtigt die Entwicklung des Embryos und hindert diesen daran, seinen Weg in den Uterus zu vollenden, was eine eingeschränkte Fertilität verursacht.

Sie untersuchten dann den Effekt von Tetrahydrocannabinol (THC), dem psychoaktiven Hauptbestandteil von Marihuana, der auch an CB1 andockt. THC verdrängt das normale Anandamid Zusammenspiel, was die Einpflanzung des Embryos in seinen frühesten Stadien verhindert. Die Studienresultate zeigen, dass Drogen wie THC die fein abgestimmten Signalsysteme stören und dass sie so zu ektopischen Schwangerschaften und/oder einer eingeschränkten Fertilität der Frau führen könnten.

MEDICA.de; Quelle: Journal of Clinical Investigation