Das hat Dr. Hillary S. Klonoff-Cohen von der University of California, La Jolla, Kalifornien, mit ihrem Team herausgefunden. Sie untersuchte den Einfluss des Marihuana auf das Ergebnis von In-vitro-Fertilisationen bei 221 Paaren. Mindestens zehn Prozent der Männer und Frauen gaben auf Befragung zu, im Jahr vor der In-vitro-Fertilisation Marihuana genutzt zu haben. Drei Prozent der Frauen und 0,5 Prozent der Männer hatten sogar am Tag vor der künstlichen Befruchtung geraucht.

Bei jenen Frauen, die im Jahr zuvor Marihuana geraucht hatten, gewannen die Wissenschaftler 25 Prozent weniger Oozyten als bei Frauen, die kein Marihuana zu sich genommen hatten. Außerdem transferierten sie im Schnitt einen Embryo weniger. Ähnliches galt für Männer, die im Jahr zuvor geraucht hatten. Auch dann war die Zahl der tranferierten Embryonen im Schnitt um einen kleiner als bei Marihuana-Verächtern.

Hatte einer der Partner irgendwann in seinem Leben geraucht, sank die Zahl der gewonnenen Oozyten um 19 Prozent im Vergleich zu den Nie-Nutzern. Außerdem war dann das Geburtsgewicht der Kinder geringer. Offenbar gibt es in dieser Frage sogar einen Dosis-Wirkungs-Zusammenhang: Je mehr Marihuana einer der Partner geraucht hatte oder je kürzer der Zeitabstand zur In-vitro-Fertilisation, desto geringer das Geburtsgewicht.

Schon länger hat es Vermutungen gegeben, dass Marihuana-Missbrauch der Eltern das Geburtsgewicht senken kann. Die vorliegende Studie ist nach Aussage der Studienleiter aber die erste, die einen Zusammenhang zwischen dem Rauchen des Vaters und dem Geburtsgewicht des Kindes aufzeigt. Nun sollen größere Studien dieses Ergebnis bestätigen. Außerdem soll der Einfluss des Marihuana auf die Methode der intrazytoplasmatischen Spermieninjektion (ICSI) untersucht werden.

MEDICA.de; Quelle: American Journal of Obstetrics and Gynecology 2006, Vol. 194, S. 369-376