Marker enthüllen das biologische Alter

Foto: Ältere Urlauberin am Badestrand

Zu alt zum Reisen oder noch rüstig:
Das hängt weniger von einer Jahres-
zahl als vom biologischen Alter ab;
© Jerzy/Pixelio.de

Die demographische Entwicklung der Bevölkerung zeigt einen stetig wachsenden Prozentsatz älterer Menschen. Dies stellt Mediziner immer häufiger vor die Frage, welche Therapie im Einzelfall dem älteren Patienten zugemutet werden kann - dies sollte sich mehr am biologischen als am chronologischen Alter des Patienten orientieren.

Nun ist es Wissenschaftlern vom Tiermodell ausgehend gelungen, Biomarker zu identifizieren, die auch indikativ für Alterungsprozesse in menschlichen Zellen sind. Denn ein Anstieg der gleichen Biomarker konnte im Blut von Patienten im Rahmen der Alterung und bei alternsassoziierten Erkrankungen nachgewiesen werden.

Diese Erkenntnisse eröffnen neuartige Wege zu Therapieformen, die individuell an das tatsächliche biologische Alter des Patienten angepasst sind, so die Forscher. Außerdem könnten Nahrungszusätze, Verhaltensmaßnahmen und pharmakologische Therapien zur Verzögerung von Alternsvorgängen systematisch erprobt werden.

Die Wissenschaftler nahmen bei ihren Untersuchungen die Telomere, die Endstücke der menschlichen Chromosomen, genauer unter Beobachtung. Telomere halten das Chromosom stabil und schirmen es gleichzeitig ab, verkürzen sich jedoch bei jeder Zellteilung um 50 bis 200 Basenpaare. Im Verlauf des Älterwerdens werden sie schließlich so kurz, dass ihre Schutzfunktion verloren geht. Die Wissenschaftler erforschten, wie sich eine Verkürzung der Telomere in Kombination mit induzierten DNA-Schäden auf Reaktionen innerhalb der Zelle auswirken. Die dabei auftretenden Veränderungen im Proteom der Zelle konnten durch Technologie-Anwendung detailliert abgebildet werden und führten zur Identifizierung von altersabhängigen Biomarkern.

MEDICA.de; Quelle: BioRegioN - Landesinitiative Life Sciences Niedersachsen