Bild: Blutabnahme 
Der CK18F-Wert im Blut zeigt,
ob die Transplantation
erfolgreich war; © Picture Disk

Die Übertragung von Blutstammzellen von einem gesunden Spender (allogene Stammzelltransplantation) ist eine bewährte Behandlungsmethode für viele Menschen mit ansonsten unheilbaren Leukämie- und Lymphom-Erkrankungen. Dennoch ist das Verfahren aufgrund der Unterschiede zwischen dem Immunsystem des Spenders und dem des Empfängers immer noch mit teilweise erheblichen Risiken und Komplikationen behaftet.

Die schwerwiegendste Komplikation der Stammzelltransplantation ist die Transplantat-gegen-Wirt-Reaktion (englisch "Graft-Versus-Host Disease", kurz GVHD): Das Spenderimmunsystem, das mit den Stammzellen übertragen wird, löst dabei eine Abstoßungsreaktion gegen die Gewebe des Empfängers aus. Als typische Folge sterben Zellen der Leber und des Darmtraktes ab, so dass es schließlich zu einem kompletten Organversagen kommen kann.

Dr. Thomas Luft, Facharzt an der Abteilung Hämatologie, Onkologie und Rheumatologie der Medizinischen Universitätsklinik Heidelberg, und seine Kollegen zeigten anhand von Blutproben von 50 transplantierten Patienten mit GVHD, dass die Menge eines bestimmten Abbauprodukts, des Cytokeratin-18-Fragments (CK18F), mit dem Zellsterben korreliert und damit Aufschluss über den Schweregrad der Abstoßungsreaktion gibt: Bei allen Patienten war während der GVHD der Wert für CK18F deutlich erhöht. Umgekehrt sank die Menge des Markermoleküls bei Patienten, bei denen die GVHD durch Immunsuppressiva erfolgreich behandelt werden konnten. Bei Patienten, bei denen die Therapie mit Immunsuppressiva fehlschlug, stiegen die CK18F-Werte dagegen weiter an.

Die Untersuchungen zeigten auch, dass die CK18F-Menge häufig bereits anstieg, lange bevor äußerliche Anzeichen einer Abstoßungsreaktion erkennbar wurden. Im Vergleich dazu nahm der CK18F- Wert unter verschiedenen anderen Bedingungen (zum Beispiel Infektionen, Schleimhautentzündungen oder Chemotherapie bedingter Hepatitis), die aufgrund ähnlicher Symptome bisher nur schwer von der GVHD abgrenzbar waren, nicht zu.

MEDICA.de; Quelle: Universitätsklinikum Heidelberg