Das Mammakarzinom ist das häufigste Malignom der Frau. Obwohl die Therapie während der letzten Jahrzehnte stark verbessert wurde, leiden die Patientinnen oftmals an erheblichen psychischen Beeinträchtigungen wie Depressionen und Angststörungen. Mit steigender Tendenz werden daher in Europa und den Vereinigten Staaten zusätzlich zur Standardbehandlung komplementäre Therapien eingesetzt. Unter diesen ist die Massage eine der ältesten und meist angewandten Therapieformen. Es gibt verschiedene Massagetechniken, von der klassischen Massage bis zur Fußreflexzonentherapie.

Mediziner haben jetzt in der Datenbank PubMed vierzehn Studien über Massage bei Tumorpatienten, vorwiegend Brustkrebspatientinnen, identifiziert und ausgewertet. 13 Studien erfolgten nach kontrolliert randomisiertem Design und wurden in den Jahren 1990 bis 2006 publiziert.

Die Massagetherapie bewirkte in den meisten Studien, dass die Schmerzwahrnehmung und Ängstlichkeit signifikant zurück gingen. Eine Verringerung des subjektiven Stresserlebens und ein entspannender Effekt konnte in fünf Studien in der Massagegruppe nachgewiesen werden. Zusätzlich zeigte sich in jeweils drei Studien eine signifikante Reduktion von Übelkeit und Fatigue. Keine konsistenten Ergebnisse wurden dagegen für den Einfluss der Massage auf die Depressivität der Patienten gefunden.

Allerdings weisen die Studienautoren darauf hin, dass die vorliegenden Studien einige methodische Schwächen aufweisen. Die Zahl der kontrolliert randomisierten Studien ist nämlich immer noch sehr gering. Aus diesem Grunde besteht auf diesem Gebiet ein großer Forschungsbedarf an methodisch hochwertigen Studien nach den Kriterien der evidence-based medicine. Insgesamt wirkte sich die Massagetherapie positiv auf die Lebensqualität der Tumorpatienten aus. Es finden sich in der Literatur keine Hinweise für eine Streuung von Tumorzellen durch die Massage.

MEDICA.de; Quelle: Geburtshilfe und Frauenheilkunde 2008, Vol. 68, S. 359-369