Matthias Eikermann erhält Karl-Thomas-Preis

Dr. Matthias Eikermann
© Uni Duisburg-Essen

Ausgezeichnet wurde Eikermann bei der Jahrestagung der Deutschen Gesellschaft für Anästhesiololgie und Intensivmedizin (DGAI) für seine Habilitationsschrift, in der er sich mit Komplikationsrisiken nach Operationen beschäftigt hatte. Der Titel der Arbeit lautet "Integrität des oberen Atemweges und respiratorische Funktion unter partieller neuromuskulärer Blockade".

Ausgangspunkt für Eikermanns Forschung war, dass einige von Anästhesisten routinemäßig während Operationen verabreichten Muskelrelaxantien, häufig noch Tage nach OP-Ende neuromuskuläre Blockaden bewirken können. Diese Muskelschwäche erhöht das Risiko schwerer Komplikationen des Atemtraktes, wie zum Beispiel Lungenentzündung oder Lungenkollaps.

Mit funktioneller Kernspintomographie und elektrophysiologischen Techniken untersuchte Eikermann die Mechanismen des erhöhten Komplikationsrisikos. Das Ergebnis: Partielle neuromuskuläre Blockaden können nicht zuverlässig ausgeschlossen werden, weder mit den Sinnen des Anästhesisten, noch mit Hilfe eines Nervenstimulators. Selbst ohne die zusätzliche Einnahme von Schmerz- oder Schlafmitteln wie auch Narkotika sind bereits bei ansonsten gesunden Patienten die Lungenfunktion und die Funktion der oberen Atemwege beeinträchtigt.

Ein Grund hierfür ist zum Beispiel die durch Muskelschwäche bedingte teilweise Obstruktion der oberen Atemwege. Nun möchte Eikermann in einem weiteren Schritt untersuchen, ob und inwieweit die Beeinträchtigung der Lungen- und Atemwegsfunktion nach der Operation durch spezifische Therapieverfahren, wie beispielsweise einer bestimmten Technik der Beatmung, positiv beeinflusst werden kann.

MEDICA.de; Quelle: Universität Duisburg-Essen