Medien vermitteln falsches Bild vom Pflegeberuf

"Viele Medien vermitteln ein falsches Bild von Pflegekräften", beklagte die amerikanische Bestsellerautorin Bernice Buresh bei einer Tagung am 14. April zum Verhältnis von Pflege und Medien an der Universität Witten/Herdecke.

Etwa 120 Experten aus Pflegeeinrichtungen, Pflegewissenschaft und Journalismus waren zu der deutschlandweit ersten Veranstaltung dieser Art nach Witten gekommen, auch die ehemalige Bundesgesundheitsministerin Andrea Fischer und die Zeit-Redakteurin Dr. Sabine Etzold.

Im Mittelpunkt stand die Frage, wie sich Pflegende in Zukunft öffentlich mehr Gehör verschaffen können: "Die Pflege ist die größte Berufsgruppe im Gesundheitswesen. Trotzdem tut die Öffentlichkeit - Medien, Politiker und Entscheidungsträger - häufig so, als seien Ärzte die einzigen Akteure auf der Bühne des Gesundheitswesens. Das muss sich ändern", forderte Buresh, die viele Jahre als Büroleiterin beim Newsweek-Magazin gearbeitet hat und eine Professur an der Boston-University innen hatte.

Buresh machte unter anderem Arztserien dafür verantwortlich, dass in der Öffentlichkeit eine völlig falsche Vorstellung von der Arbeit von Pflegekräften herrsche. "Pflegende sind so sozialisiert, dass sie, anders als Ärzte, über die entscheidende Arbeit, die sie verrichten, schweigen", sagte sie.

Sie rief Pflegende dazu auf, Ihre Interessen künftig selbstbewusster wahrzunehmen und alles dafür zu tun, dass die sentimentale Verklärung ihres Berufsstandes endlich ein Ende finde. "Was in der Öffentlichkeit von ihrem Beruf vermittelt wird, entspricht in keiner Weise der Komplexität und fundamentalen gesellschaftlichen Bedeutung pflegerischer Arbeit", so Buresh.

Um hier zu einer signifikanten Änderung zu kommen, müsse sich auch das Selbstbild der Pflegenden verändern: "Jeder Pflegende muss sich als Kommunikator mit der Öffentlichkeit begreifen", schärfte Buresh den Anwesenden ein.

MEDICA.de; Quelle: Universität Witten/Herdecke