Medikament lässt Gehirntumore schrumpfen

Sie gehen davon aus, dass das Medikament die Lebenserwartung von Patienten, deren Melanom bereits in das Gehirn gestreut hat, um einige Monate verlängern kann. Die meisten Patienten mit Hirnmetastasen sterben innerhalb von vier Monaten. Die Studie zeigte jedoch, dass die Gehirntumore bei neun von zehn Patienten innerhalb der ersten sechs Wochen schrumpften. Die Lebenserwartung erhöhte sich bei allen zehn Patienten auf mehr als fünf Monate, zwei Patienten überlebten mehr als 12 Monate, ein weiterer Patient ist nach 19 Monaten noch am Leben.

Das Medikament zielt auf das sogenannte BRAF-Gen ab, das bei 50 Prozent aller Melanompatienten mutiert. Es blockiert das mutierte BRAF-Protein in der Melanomzelle und hält die Zelle so davon ab, sich zu vermehren. Häufig schrumpft die Zelle und löst sich ganz auf.

Doktor Georgina Long: "Erstmals liegt uns nachweislich eine systemische Arzneimitteltherapie vor, die das Überleben von Melanompatienten mit multiplen Hirnmetastasen verlängern kann. Diese Studie ist ein wichtiger Meilenstein in der Geschichte der medikamentösen Behandlung von Melanompatienten. Derzeit gibt es nämlich keine wirksame systemische Behandlung von Hirnmetastasen und Patienten, deren Melanom bereits in das Gehirn gestreut hat, werden häufig von viel versprechenden klinischen Studien ausgeschlossen. Bis heute gab es kein einziges Medikament, das Hirnmetastasen bei mehr als zehn von 100 Patienten mit metastasiertem Melanom schrumpfen ließ. Dabrafenib dagegen konnte die Größe von Hirnmetastasen mit einer Erfolgsquote von 90 Prozent reduzieren."

MEDICA.de; Quelle: Institut Ranke-Heinemann