Medikament steigert Krebsabwehr

"Dieser positive Nebeneffekt ist nicht nur eine gute Nachricht für an Diabetes erkrankte Menschen, die mit Metformin behandelt werden", erläutert Professor Helmut Schatz, Sprecher der Deutschen Gesellschaft für Endokrinologie. Die Studienergebnisse zeigen auch eine Möglichkeit auf, die körpereigene Krebsabwehr und die Wirkung von Krebs-Impfstoffen zu verbessern.

Metformin ist das am häufigsten eingesetzte Medikament in der Therapie des Diabetes Typ 2. Bereits in früheren Studien vermuteten Experten, dass Metformin außerdem das Krebsrisiko senkt. So hatten beispielsweise Frauen mit Diabetes Typ 2, die an Brustkrebs erkrankt waren und Metformin einnahmen, eine höhere Krebsheilungsrate.

Warum dies so ist, konnte bisher jedoch nicht nachgewiesen werden. Einen möglichen Mechanismus hat nun eine Forschergruppe von der Universität Philadelphia entdeckt: Sie verabreichten Metformin an Versuchtiere und beobachteten, dass dies positive Auswirkungen auf deren Immunsystem hatte. Weitere Untersuchungen zeigten, dass Tiere, die einen experimentellen Krebs-Impfstoff erhielten, seltener an Krebs erkrankten, wenn ihnen gleichzeitig Metformin verabreicht wurde.

Ursache für diese Wirkung ist, dass Metformin unter anderem auch die Verbrennung von Fettsäuren steigert. Dies wiederum wirkt sich positiv auf das Immunsystem aus, da eine vermehrte Fettsäureverbrennung die Bildung von sogenannten Gedächtniszellen anregt. Diese Zellen bildet das Immunsystem nach dem Kontakt mit Krankheitserregern, um bei erneutem Zusammentreffen schnell und effizient eine Abwehrreaktion auslösen zu können. Das immunologische Gedächtnis bewirkt damit, dass eine Impfung über Jahre schützend wirkt.

MEDICA.de; Quelle: Arbeitsgemeinschaft der Wissenschaftlichen Medizinischen Fachgesellschaften