Die bevölkerungsrepräsentative bundesweite Befragung von 1.977 Personen über 18 Jahren zeigt, dass bei mehr als 90% der Befragten Medikamente im Haushalt vorhanden sind. Ungefähr die Hälfte der Befragten hat dabei einen Vorrat von 6 bis 20 Medikamenten in der Hausapotheke.

Der Anteil an Personen, die nicht verbrauchte Tabletten über die Toilette entsorgen, liegt bei insgesamt 16%. Dagegen werden Reste von flüssigen Arzneimitteln wesentlich häufiger über die häuslichen Abwässer entsorgt: Insgesamt 43% der Befragten geben an, dass sie dies zumindest gelegentlich tun, während nahezu 20% die flüssigen Arzneimittelreste immer oder häufig über die Spüle oder die Toilette entsorgen. Grund für diesen hohen Anteil - auch dies bestätigt die Befragung - ist die stark ausgeprägte Glas-Recyclingbereitschaft deutscher Haushalte. Im Zuge der getrennten Entsorgung der Glasbehälter werden diese vorab entleert und ausgespült.

Die allgemein geltende Empfehlung, nicht verbrauchte Medikamente in der Apotheke abzugeben, hat für zwei Drittel der Befragten Handlungsrelevanz wobei jedoch lediglich 29% immer so mit nicht verbrauchten Medikamenten verfahren. Die Entsorgung von Medikamentenresten samt Verpackung über den Restmüll wird von 16% der Befragten immer oder häufig betrieben, während 27% dies immerhin manchmal oder selten tun.

Arzneimittelwirkstoffe werden in den letzten Jahren immer häufiger in Flüssen, im Grundwasser und vereinzelt auch im Trinkwasser nachgewiesen. "Die erhobenen Daten legen die Vermutung nahe, dass der direkte Eintrag der Arzneimittelwirkstoffe in den Abwasserstrom einen nicht zu vernachlässigenden Anteil an den gemessenen Konzentrationen in den Gewässern darstellt“, sagt der Projektleiter Dr. Florian Keil vom Institut für sozial-ökologische Forschung (ISOE). "Die Erhebung zeigt aber auch, dass in der Bevölkerung Unklarheit über die sachgemäße Entsorgung von nicht verbrauchten Arzneimitteln besteht",

MEDICA.de; Quelle: Institut für sozial-ökologische Forschung