"Wir wollen exzellente Qualität bei Forschung, Lehre und Patientenversorgung auf einem dauerhaft tragfähigen wirtschaftlichen Fundament", sagte Innovationsminister Prof. Andreas Pinkwart. Der Gesetzentwurf werde noch vor dem Sommer ins Parlament eingebracht. In Kraft treten soll das Gesetz zum Jahresbeginn 2008.

"Allen Standorten möchten wir Rahmenbedingungen bieten, die ihnen - als konsequente Weiterentwicklung des Hochschulfreiheitsgesetzes - neue Gestaltungsmöglichkeiten eröffnen: für stärkere Forschungsorientierung, klare Profilbildung und unternehmerische Führung", sagt Minister Pinkwart. Dazu sind mit jeder medizinischen Fakultät Forschungsschwerpunkte verabredet worden. Zur Stärkung dieser Forschungsschwerpunkte lobt das Innovationsministerium Forschungsprofessuren aus, über deren Vergabe eine externe Jury entscheidet. Ebenfalls gestärkt werden sollen Lehre und Forschung durch eine Neuordnung der Finanzströme.

Das Hochschulmedizingesetz soll die rechtlichen Voraussetzungen zur standortübergreifenden Bildung gemeinsamer Fakultäten schaffen. Die Leitungsstrukturen werden gestärkt, indem der Vorstand mehr Kompetenzen und Zuständigkeiten erhält.

Der hohe Investitionsbedarf, landesweit auf insgesamt rund 1,8 Milliarden Euro geschätzt, soll zum einen durch Bauinvestitionen des Landes und zum anderen durch Öffentlich-Private Partnerschaften (ÖPP-Modelle) möglichst schnell erfüllt werden. "Zum Zuge kommen muss stets die wirtschaftlichste Lösung", sagte Pinkwart.

Um die Uniklinika wirtschaftlicher zu führen, sollen die sechs Klinika verpflichtet werden, bei Verwaltungsaufgaben eng zu kooperieren. Hierfür ist die Bildung so genannter Soft Holdings vorgesehen. Einkauf, EDV und ähnliche patientenferne Dienstleistungen sollen nicht mehr an jedem Standort einzeln und dementsprechend kostenintensiv organisiert werden.

MEDICA.de; Quelle: Ministerium für Innovation, Wissenschaft, Forschung und Technologie NRW