Medizinische Nachsorge im PDA-Format

Mit dem PDA spielend die Nachsorge
meistern; © Fraunhofer ISST

Kaum aus der Klinik entlassen, fallen viele Patienten in alte, schlechte Gewohnheiten zurück: Der Kaffeekonsum steigt wieder an, verordnete Übungen sind schnell vergessen und im Einkaufswagen stapeln sich ungesunde Lebensmittel.

Der vom Fraunhofer-Institut für Software- und Systemtechnik ISST in Dortmund entwickelte digitale Patientenbegleiter soll helfen, dies zu ändern. Über ein mobiles Endgerät, wie Handy, Smartphone oder PDA, unterstützt die Software Betroffene dabei, ihr Verhalten auf eine neue Situation umzustellen, indem er täglich an Bewegung erinnert oder auf Nachfrage Ernährungstipps direkt beim Einkauf liefert.

Ursprünglich wurde der Patientenbegleiter für die Behandlung übergewichtiger Erwachsener und Kinder entwickelt. "Der digitale Begleiter digi.Dou soll die Therapie der Kinder ergänzen, indem er ihnen hilft, in der Klinik erlerntes Verhalten auch im Alltag umzusetzen", sagt Kerstin Heuwinkel vom ISST. "Die wichtigsten Punkte sind Motivation und Selbstkontrolle. Die Kinder können über ihren Begleiter aber auch Kontakt mit anderen Betroffenen aufnehmen und ihn als Patiententagebuch nutzen."

Gemeinsam mit Ärzten und Kindern haben die Forscher untersucht, wie die jungen Patienten Informationen und Tipps akzeptieren. "Sie müssen den Digitalen Begleiter mit Spaß verbinden", fasst Heuwinkel zusammen. Wissen über die richtige Ernährung etwa vermittelt digi.Dou daher als Quiz, Bewegung belohnt er mit Punkten, welche die Kinder sammeln und mit anderen Patienten vergleichen können.

Die Forscher wollen nun die Behandlung von Patienten mit und ohne elektronischem Begleiter über Zeiträume von bis zu 18 Monaten beobachten. Reduziert das Gerät die Kosten der Nachbehandlung, könnten die Forscher einem wichtigen Ziel näher kommen: Der Begleiter wird eine Maßnahme, die der Arzt verschreiben kann oder den Kliniken als Serviceleistung anbieten.

MEDICA.de; Quelle: Fraunhofer-Gesellschaft