16.11.2011

Deutsche Telekom AG

Medizinische Rund-um-die-Uhr-Betreuung für Herzpatienten

In Brandenburg ist das erste flächendeckende Telemedizin-Netzwerk für Patienten mit chronischer Herzschwäche an den Start gegangen: Dabei werden die Vitaldaten mit mobile Medizingeräten täglich gemessen und über das Mobilfunknetz der Deutschen Telekom sicher an den Kardiologen im Krankenhaus übertragen.
In Deutschland leiden ca. zwei Millionen Menschen an Herzinsuffizienz und jährlich kommen etwa 10 % dazu. Ihre Herzen sind zu schwach, um ausreichend Blut durch den Körper zu pumpen. Im vergangen Jahr war diese Herzschwäche laut Statistischem Bundesamt die dritthäufigste Todesursache und der zweithäufigste Anlass für eine stationäre Behandlung. Kontinuierliches Monitoring und rechzeitiges Erkennen von Akutsituationen rettet Leben und senkt die Zahl der Krankenhausaufenthalte, so das Ergebnis der klinischen Studie „Partnership for the heart“ der Charité Berlin.
Der Arzt ist künftig immer dabei
Das erste Telemedizin-Netzwerk in Brandenburg ist eine Kooperation aus den Kliniken Brandenburg und Cottbus, der Gesundheitskasse AOK Nordost, der GETEMED, dem Ministerium für Umwelt, Gesundheit und Verbraucherschutz des Landes Brandenburg sowie der Deutschen Telekom.
Vernetzte Endgeräte wie eine Waage oder ein Blutdruckmessgerät übermitteln zukünftig Vitaldaten der telemedizinisch betreuten Patienten automatisch und kabellos direkt in die elektronische Patientenakte. Die Telekom bindet die Kliniken und die Hausärzte mit telemedizinischen Arbeitsplätzen an und versorgt die Beteiligten mit Telefon-, Internet- oder Mobilfunkverbindungen. Von T-Systems kommt auch die elektronische Patientenakte.
Über das Telemedizin-Netzwerk werden den Ärzten beispielsweise EKG-, Sauerstoffsättigungs- und Blutdruckwerte des Patienten zugänglich und/oder Angaben zum Gewicht des Patienten gemacht. So kann der Arzt aus der Ferne einschätzen, wie der Gesundheitszustand des Patienten ist und gegebenenfalls intervenieren. Laut Professor Dr. med. Michael Oeff, Chefarzt am Städtischen Klinikum Brandenburg, trägt das Netz dazu bei, Veränderungen des Zustands von Patienten frühzeitig zu erkennen und gegenzusteuern.
In naher Zukunft sollen Ärzte per Telemedizin-Netzwerk rund um die Uhr die Gesundheit ihrer Patienten überwachen können.
Mehr Effizienz im Gesundheitswesen
Dem Projekt vorangegangene Forschungen haben gezeigt, dass sich Krankenhauseinweisungen um bis zu elf Prozent und stationäre Behandlungstage um bis zu 23 Prozent reduzieren lassen, wenn Patienten kontinuierlich telemedizinisch betreut werden. Für Heidrun Grünewald, Geschäftsführerin des Carl-Thiem-Klinikums Cottbus, ist es denkbar, künftig auch Risikoschwangere, Diabetiker, Schlaganfallpatienten und Pflegebedürftige in derartige Betreuungsnetze einzubinden.